An der Engstelle zwischen Rupboden und Wernarz sprechen Matthias Wacker und Gerd Häpp vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt über die nächsten Schritte. Für die Wiese unterhalb des Hangrutsches sei der Grundstückserwerb bereits geklärt, für die anderen Flächen, die das Bauamt für den Ausbau braucht, liefen die Verhandlungen nun an, berichtet Wacker. Los gehen soll es im Herbst mit bauvorbereitenden Maßnahmen wie der Rodung einiger Bäume, denn die Straße soll erheblich breiter werden als jetzt.

Statt eines Rinnsteins wird unterhalb der ehemaligen Bahnstrecke eine offene Mulde gebaut, zwei Meter breit. Es folgt das Bankett mit eineinhalb Metern, die Straße selbst mit einer Fahrbahnbreite von sechseinhalb Metern, wieder Bankett, dann kommt die Böschung. "Wir werden bestimmt 15.000 Quadratmeter Erde aufschütten", schätzt Gerd Häpp, der an der Planung arbeitet. Für den Ausbau wird die Straße über mehrere Monate voll gesperrt. Auch für Schulbusse gebe es keine Ausnahme, ergänzt Wacker.

Ende Januar steht die nächste Besprechung mit Kommune, Wasserwirtschaftsamt und Unterer Naturschutzbehörde an. "Aufgrund leidvoller Erfahrung am Hammelburger Berg haben wir den Wiesenknopf vorsorglich gemäht", erzählt Wacker. Die Pflanze, die in einer seltenen Symbiose mit einer geschützten Schmetterlingsart steht, sei in der Kurve beim Schmidthof entdeckt worden. Dass nicht auch der Falter dort gesichtet wird, möchten die Planer so rechtzeitig ausschließen.


Was wird aus der Gefahrenstelle?

Geht es nach dem Wunsch des Bauamts, so soll der Bereich, an dem der Hang abgerutscht ist, erst mit dem Straßenausbau im Jahr 2018 beseitigt werden. Doch das sieht nicht jeder so. Von einer "gewaltigen Gefahrenstelle" spricht 2. Bürgermeister Roland Limpert (PWG). Er ist nicht glücklich darüber, dass die Engstelle erst dann angepackt werden soll. Limpert berichtet, dass er schon im vergangenen Jahr auf das Oberflächenwasser auf der Straße hingewiesen und eine provisorische Ableitung beantragt habe - genau an der Stelle, die jetzt ins Rutschen gekommen sei. "Da ist nichts gemacht worden", kritisiert er und spricht sich dafür aus, eine Reparatur eben nicht bis 2018 aufzuschieben.

Währenddessen arbeiten die Planer schon an der nächsten Etappe: 2019 oder 2020 ist die Durchfahrt durchs Staatsbad an der Reihe. Dazu trafen sich Wacker und Häpp mit Vertretern des Staatsbades. Konkret ging es um die Fußgängerwege, die - wie auf Höhe des "Rhönstübchens" zu beobachten - einfach im Nichts enden. Ab 2020 könnte der Ausbau des Stückes zwischen Staatsbad und Stadt angepackt werden. Bis es soweit ist, fliegen aber noch viele Wiesenknopf-Ameisenbläulinge durchs beschauliche Sinntal.