"Es ist einfach unglaublich, was ihr Riedenberger bei den Büttenabenden jedes Mal auf die Beine stellt. Ich bin ganz sprachlos, wenn ich sehe, wie die Jugend mit Herzblut und in Perfektion dabei ist - vom ersten bis zum letzten Programmpunkt war ich begeistert ..." , so oder ähnlich lautete am Ende der Veranstaltung der Tenor der Zuschauer.

Am Samstag fand der erste der drei Büttenabende statt. Alle Veranstaltungen waren im Vorfeld restlos ausverkauft. "Mittlerweile kommen die Gäste aus dem ganzen Altlandkreis, teilweise bis aus dem Würzburger Raum," freut sich der 1. Vorsitzende des Musikvereins Riedenberg, Norbert Schneider. "Vielleicht liegt der Erfolg der Bütten abende darin, dass sich alle Riedenberger damit identifizieren und ihr Herzblut hinein geben", betonte Sitzungspräsident Hubert Dorn. "Wir müssen nie lange bitten, sich zu beteiligen. Gerade die jungen Leute kommen von ganz alleine und präsentieren ihre Ideen. Sie arbeiten sie auch komplett selbstständig aus und sind mit sich selbst sehr kritisch. Erst wenn alles perfekt ist, sind sie zufrieden."
So zauberten auch die fünf Tanzgruppen, die alle aus Riedenberg kommen, perfekte und farbenfrohe Darbietungen aus dem Hut. Schon die "Kleine Garde", die aus beachtlichen 18 Mädchen besteht, wirbelte zu, von der Musikkapelle live gespielten, "in the Navy" über die Bühne. In die Welt des Zirkus entführten die nächst größeren Mädchen in ganz verschiedenen, Manege typischen Kostümen. Getanzt wurde zu verschiedenen Melodien, die aus der Zirkuswelt stammen. Perfekt war auch die Choreographie der "Großen Garde", die sich ein Medley von Marianne Rosenberg ausgesucht hatte, das ebenfalls live gespielt wurde.

Das Beste der letzten 15 Jahre

Mit einem "Best of" der letzten 15 Jahre verabschiedeten sich in diesem Jahr leider die ältesten, mittlerweile schon jungen Frauen, von der Bühne. Noch einmal präsentierten sie einen Zusammenschnitt ihrer besten Tänze unter großen Jubel- und Beifallsstürmen. Besonders das junge Publikum wurde von der gemischten und letzten Tanzgruppe des Abends mit einem Hip hop-Tanz angesprochen.

Feste Größen des Riedenberger Faschings sind auch alle Redner und Kabarettisten. Allen voran natürlich Hubert Dorn, der nicht nur als Sitzungspräsident kurzweilig durchs Programm führte. Seine Reden als Till sind bereits legendär und sicherlich einer der Gründe, warum in jedem Jahr so zahlreiche Politiker aus der Lokal-, Kreis-, Bezirks- und auch Landespolitik nach Riedenberg zum Büttenabend kommen. Spitzfindig, kritisch und natürlich auch lustig war auch in diesem Jahr seine Rede absolut fernsehreif.

Auch Gerhard Zeier hatte als Polizeidiener das ganze Jahr über wieder aufgepasst und die lustigen Begebenheiten gesammelt. So berichtete er von nassen Hosen, jungen Kälbchen, Unfällen und Polizeieinsätzen.

Schon als kleiner Bub war Stefan Leitsch in der Riedenberger Bütt. Heute ist er 18 Jahre alt und fehlte seither in keinem Jahr. Mit perfektem Riedenberger Dialekt erzählte er über einen Besuch in der Großstadt Bad Kissingen, bei dem ihm so einiges aus dem Ruder lief. Malermeister Edwin Dorn - allen bekannt durch unzählige Auftritte - kam heuer als "Er selbst". Dass es nicht immer leicht ist, selbstständig zu sein, auch wenn alle das denken, bewies er auf eine Art und Weise, die vielen die Tränen in die Augen trieben - vor lauter Lachen allerdings. Was wären die Riedenberger Büttenabende ohne ihren Hausmeister Matthias Dorn. Sieht er mit dicker Brille und immer gleichem Outfit eigentlich aus, als ob er nicht gerade der Hellste ist, überrascht er immer wieder mit einem hervorragenden Programm, das einem Besseres lehrt.

Zungenbrecher

Immer dabei sind perfekt vorgetragene Zungenbrecher in atemberaubender Schnelligkeit, die die Zuschauer immer wieder nur staunen lassen. "Das würde ich nie hinbekommen", so die Gäste. Wie immer startete zum Ende des Abends die lang erwartete kabarettistische Schlussnummer, die von den Musikern der Kapelle aufgeführt wird.

Diesmal begann sie allerdings etwas ungewohnt. Norbert Hergenröder, der herausragende Komödiant des Vereins teilte zunächst einmal mit, dass es in diesem Jahr gar keine Schlussnummer gibt. Trotz wochenlangen Bemühungen, war niemand etwas eingefallen. Deshalb sollte diese nun feierlich zu Grabe getragen werden. Dass aus diesem Begräbnis dann natürlich wieder ein Lacher nach dem anderen wurde, war den meisten der Gästeschar natürlich sofort klar.

Beerdigung im New-Orleans-Stil

Schon die im New-Orleans-Stil aufgezogene Beerdigung beanspruchte die Lachmuskulatur. Bevor Norbert Hergenröder allerdings die Schlussnummer wirklich in den Sarg legen konnte, passierten zahlreiche, typisch-absurde Zwischenfälle. So erwuchs dem Sarg plötzlich ein wieder erstandener Heino, der sich auch noch vervielfältigt hatte und in neuem Heino-Metall-Stil die Bühne rockte. Auch die Wahrheit über die Notwendigkeit der Brückensprengung wurde offenbart und das von keinem geringeren als Edward Snowden. Dieser verriet, dass die Stahlverstrebungen der alten Brücke schon immer als Abhörantennen genutzt waren. Da diese allerdings noch analog funktionierten und nun natürlich alles digitalisiert wurde, musste die alte Brücke weg. Das heißt, dass auch die neue Brücke zu Spionagezwecken genutzt wird. Dem Gesuch Snowdens nach Asyl in Riedenberg wurde erst nachgegeben als er bewies, sogar die Sänger des Männerchores derart beeinflussen zu können, dass sie nicht mehr Herr über ihre Stimmen waren. Zum Thema wurde natürlich auch die Bahntrasse gemacht. Doch auch hier fanden die Mitwirkenden wie immer die ultimative Lösung. So wird es künftig eine kombinierte Rad-Bahn-Wanderstrecke geben, die derart absurd ist, dass sie schon wieder möglich wäre. Dass die Schlussnummer letztendlich nicht begraben wurde, war eh klar und endete schließlich in dem Versprechen, dass das "Spiel immer weiter gehen wird". Zum Glück!