Mit dem Label sollen Betriebe vernetzt werden, die etwas für die Artenvielfalt tun und dabei auch wirtschaftlich profitieren möchten, so eine Pressemitteilung des Unesco-Biosphärenreservates.

Die Artenvielfalt in der Rhöner Kulturlandschaft braucht die Landwirtschaft. Umgekehrt zwingen unsichere Erträge, der Klimawandel und ein zunehmendes Interesse der Verbraucher an nachhaltig erzeugten Lebensmitteln landwirtschaftliche Betriebe zum Umdenken. Mit einem Netz aus engagierten Landwirtinnen und Landwirten möchte das Life-Projekt zeigen, dass sich mit gezielter Beratung Naturschutz auf landwirtschaftlichen Flächen profitabel umsetzen lässt. "Hierfür braucht es Vordenker in der Region", ruft Ulla Heckert vom Projekt auf.

Vorbereitungs- und Umsetzungsphase

Alle Betriebe, die "Kooperationsbetrieb Rhöner Bergwiesen" werden möchten, durchlaufen zwei Phasen. In der Vorbereitungsphase erhalten sie eine umfassende kostenfreie Betriebsberatung. Unterstützt durch externe Fachberater soll für jeden Betrieb individuell erarbeitet werden, welche betriebliche Entwicklung in Zukunft der beste Weg sein kann. "Vielleicht eröffnen sich für die Betriebe Möglichkeiten, an die sie in der täglichen Routine gar nicht gedacht haben", meint Heckert.

Gleichzeitig wird gemeinsam geschaut, welche Naturschutzmaßnahmen sinnvoll sind. "Landwirtinnen und Landwirte, die bei uns mitmachen, werden selbst entscheiden, wohin sie sich entwickeln möchten", betont Heckert die Freiwilligkeit. "Uns ist wichtig, dass die Betriebe, die sich für Artenvielfalt einsetzen, auf sicheren wirtschaftlichen Beinen stehen."

In der Umsetzungsphase beginnen die Betriebe, ihre neuen Pläne zu verwirklichen und bestimmte speziell auf den Betrieb angepasste Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Dabei stehen sie im engen Austausch mit den Beratern und Mitarbeitern des Life-Projekts. Mögliche Schwierigkeiten können so frühzeitig aus dem Weg geräumt werden. Sie erhalten kostenlose Fortbildungen und haben die Chance, sich mit anderen engagierten Landwirtinnen und Landwirten zu vernetzen und auszutauschen. Kooperationsbetriebe erklären sich außerdem dazu bereit, mit gutem Beispiel voranzugehen und ihre Erfolge mit anderen zu teilen. "Je nachdem, wie sich jeder einzelne einbringen möchte, kann das in Form von Exkursionen, Vorträgen oder Workshops geschehen. Letztlich möchten wir alle motivieren, mehr für den Naturschutz zu tun und ihren Betrieb weiterzuentwickeln. Unsere künftigen Partner zeigen, wie es geht. Dabei dürfen und sollen sie das Thema auch gern selbst in die Hand nehmen und eigene Ideen einbringen", erklärt Ulla Heckert.

Teil der nachhaltigen Wirtschaftsweise

Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit des Life-Projekts erhalten Kooperationsbetriebe eine zusätzliche Anerkennung in der Region und werden als Teil einer in die Zukunft gerichteten nachhaltigen Wirtschaftsweise wahrgenommen. Die Auszeichnung unterstreicht außerdem die Wertschätzung gegenüber dem Berufsstand durch das Unesco-Biosphärenreservat und die einbezogenen Behörden. "Der Fachdienst Landwirtschaft begrüßt die Initiative des Life-Projekts", sagt Fachdienstleiter Martin Sudbrock vom Landkreis Fulda. "Biodiversität ist unser aller Lebensgrundlage. Sie zu fördern lässt sich in vielen Bereichen mit einer produktiven Landwirtschaft vereinen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der entstehende Mehraufwand für den Naturschutz ent-sprechend honoriert wird. Dafür stehen unterschiedliche Fördertöpfe bereit."

Information

Für die Bewerbung als "Kooperationsbetrieb Rhöner Bergwiesen" richten interessierte Landwirtinnen und Landwirte, die Grünland in der Rhön bewirtschaften, bis zum 30. Juni ein kurzes Schreiben mit Angaben zum Betrieb und ihrer Motivation an: Unesco-Biosphärenreservat Rhön, Life-Projekt "Rhöner Bergwiesen", Marienstraße 13, 36115 Hilders. Nähere Auskünfte erteilt Ulla Heckert, ulla.heckert@br-rhoen.de, Tel.: 0151/6566 2936, Homepage der Projektes Rhöner Bergwiesen.