Seit über zwei Jahren liegt die Idee eines gemeinsamen Gewerbegebietes auf dem Tisch der Rhönallianz-Bürgermeister. Über eines sind sich dabei alle einig: " Ein interkommunales Gewerbegebiet bedeutet eine Stärkung der gesamten Region", unterstreicht Mottens Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos).

Auch Gemeinden, die aufgrund der räumlichen Lage nicht direkt an das Gewerbegebiet angebunden wären, könnten davon profitieren. Die Idee dahinter ist simpel, denn gemeinsame Erschließungskosten bedeuten weniger Kosten für die einzelnen Gemeinden. "Außerdem haben wir im Verbund mehr Möglichkeiten als alleine", sagt Habersack.

Auch Riedenbergs Bürgermeister Roland Römmelt (CSU) schließt sich der Idee an. "Wir brauchen das Gewerbegebiet zur Schaffung neuer Arbeitsplätze", sagt er mit Nachdruck. Habersack betont allerdings, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen sei, inwieweit sich die einzelnen Gemeinden letztendlich beteiligen.

"Für ortsansässige Gewerbetreibenden kann - je nach Lage des Gebietes - ein Umzug dorthin nur bedingt von Interesse sein", sagt Habersack. Deshalb müssten parallel zum gemeinsamen Gewerbegebiet auch im Ort selbst die Weiterentwicklung von Flächen vorangetrieben werden.

Gebiet eingegrenzt

Jetzt gibt es eine neue Entwicklung: "Sieben der acht Gemeinden sind an einem gemeinsamen Zweckverband interessiert", sagt Jochen Vogel (CSU), Allianzvorsitzender und Bürgermeister von Bad Brückenau. Wildflecken hingegen distanziert sich von der Möglichkeit, einem gemeinsamen Zweckverband beizutreten.

"Generell befürworten wir das Thema, allerdings sehen wir uns finanziell aktuell dazu nicht in der Lage", sagt Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). Er möchte den Bürgern des Marktes keine falschen Hoffnungen machen, so seine Begründung. Die monetären Gründe seien die einzigen für diese Entscheidung gewesen.

Fläche zur Prüfung

Aus vier Flächen, die zur Auswahl standen, habe sich eine Fläche herauskristallisiert, gibt der Allianzvorsitzende bekannt. "Diese liegt aktuell dem Bauamt in Bad Kissingen zur Prüfung vor", sagt er. Konkret handele es sich dabei um eine Fläche zwischen Schildeck und Geroda an der B 286, auf Höhe des Parkplatzes auf der rechten Seite am Fuße des Schildecker Berges, grenzt Gerodas Bürgermeister Alexander Schneider (UWG) die Fläche ein.

Das Landratsamt bestätigt die Vorlage einer Fläche zur Prüfung. "Auf Details können wir in dieser Phase nicht eingehen", teilt die Pressestelle hierzu mit. Üblicherweise müssten die Pläne einer bauleitplanerischen beziehungsweise landesplanerischen Vorprüfung unterzogen werden. Dabei spielen unter anderem Aspekte wie Naturschutz, Immissionsschutz, Wasserrecht oder auch die Ortsanbindung eine wichtige Rolle.

Das Landratsamt teilt weiter mit, dass es aufgrund der aktuellen Corona-Situation bislang noch nicht möglich gewesen sei, die Anfrage umfassend zu prüfen. "Denn die Prüfung in den jeweiligen Fachgebieten ist personalaufwendig", heißt es aus der Pressestelle. Insofern könne kein Zeitpunkt genannt werden, bis wann mit einer Stellungnahme des Landratsamts bezüglich der Fläche zu rechnen ist.

Naturschutz relevant

Die von den Bürgermeistern vorgestellte Fläche liegt am Rande des Naturparks Rhön. Hier stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß der Naturschutz bei der Ausweisung einer Gewerbefläche eine Rolle spielen könnte. "Ob und in welcher Form diese eine Auswirkung auf die Pläne haben könnten, dazu ist ohne eingehende Prüfung keine belastbare Aussage möglich", heißt es aus dem Landratsamt.