"Es hat entsprechende Pläne für eine Neuorientierung gegeben", bestätigt Pfarrer Gerd Kirchner. Hintergrund der Denkmodelle sei gewesen, einen engeren lokalen Bezug zwischen Friedenskirche und Gemeindehaus auf der einen und dem Pfarramt auf der anderen Seite herzustellen.
Es habe einige Zeit sogar der Gedanke im Raum gestanden, einen Teil des ehemaligen Bahnhofsgeländes zu kaufen und dort ganz neu zu bauen. "Nach gründlicher Abwägung aller Faktoren ist es nun aber ganz anders gekommen", blickt der Geistliche auf die vergangenen Monate zurück.


90 Jahre altes Gebäude

Seit Juni lief die "grobe Sanierung" des Objekts am Auerhahnweg, die inzwischen "bis auf ein paar Kleinigkeiten" abgeschlossen ist. Dabei wurde nicht nur im und am Pfarrhaus selbst gearbeitet, auch der gesamte Außenbereich erfuhr eine dringend notwendige Umgestaltung. "Die Zeit hatte ihre sichtbaren Spuren sowie auch manch unsichtbare und unschöne Überraschung hinterlassen", sagt Kirchner. Schließlich habe das Gebäude schon rund 90 Jahre auf dem Buckel. Bis zum Bau von Gemeindezentrum und Friedenskirche im Georgi-Kurpark in der Zeit von 1957 bis '59 war es als Gotteshaus genutzt worden. Zeugnisse von dieser Funktion wurden bei den Bauarbeiten mehrfach entdeckt. "Da sind zum Teil noch uralte dünne Holzwände und Holzdecken zum Vorschein gekommen", erinnert sich der Pfarrer an die Dinge, mit denen man eigentlich nicht mehr gerechnet hatte.
Der letzte größere Umbau des Pfarrhauses hatte 1970 stattgefunden, also zu einer Zeit, in der das Bewusstsein im Hinblick auf das Thema Energie allgemein noch nicht so ausgeprägt war wie heute. Später wurde dann noch ein Solardach installiert, das aber leider nur zum Teil seinen Zweck erfüllte. "Wir hatten gedacht, wir wären mit dem Solardach autark. Aber die Wärme ging durch die undichten Wände und Fenster einfach wieder nach draußen. Erst ein Fachmann machte uns auf diesen dramatischen Energieverlust aufmerksam", so Kirchner. Mittlerweile wurde hier für Abhilfe gesorgt.


Detektivarbeit

Ein anderer Knackpunkt war die stetig zunehmende Luftfeuchtigkeit im gesamten Haus, die sich besonders im Keller bemerkbar machte. Hier war detektivische Kleinarbeit bis zur Entdeckung der Ursache des Übels gefragt. Letztendlich stellte sich nach umfangreichen Grabungsarbeiten heraus, dass vor vielen Jahrzehnten eine Drainage unsachgemäß verlegt worden war.


Teilweise barrierefrei

Auch in Zeiten moderner Kommunikationsmittel ist das evangelische Pfarramt nach wie vor ein Haus mit regem Publikumsverkehr. So steht beispielsweise vor Taufen oder kirchlichen Trauungen immer noch das persönliche Gespräch im Mittelpunkt. "Da kommen dann die Eltern schon mal mit dem Kinderwagen vorbei. Oder eben ältere Gemeindemitglieder mit Gehhilfe, die uns aus ganz unterschiedlichen verschiedenen Gründen besuchen. Ihnen allen kommt sehr entgegen, dass zumindest Teile des Areals jetzt barrierefrei sind", resümiert Kirchner. "Lediglich Geländer und Handläufe konnten nicht rechtzeitig geliefert werden und fehlen momentan noch".
Entschärft wurde darüber hinaus die beengte Parkplatzsituation direkt auf dem Grundstück. "Allgemeine Sicherheit und Verkehrsfähigkeit sind endlich wieder hergestellt", bringt es der evangelische Pfarrer auf den Punkt. Weichen mussten in diesem Zusammenhang auch einige morsche Bäume, deren Standfestigkeit nicht mehr gegeben war, sowie wild wuchernde Sträucher. Man habe im Zuge der umfangreichen Arbeiten alle potentiellen Gefahrenstellen für die Öffentlichkeit beseitigt. Weitere optische Verschönerungen sind dann für das Frühjahr geplant, wenn der Außenbereich neu begrünt wird.