Generationen gingen schon (vor-) über oder verweilten an diesem Ort. Aus Kindern wurden Eltern, aus Eltern Großeltern. Jedermann/jede Frau aus der näheren oder weiteren Umgebung dürfte zumindest einmal an diesem Platz gewesen sein - auf dem Spielplatz am "Berghaus Rhön", einem der am meist frequentierten Anlaufpunkte im Biosphärenreservat. Hier goutierten die Großen bei einem kühlen Blonden, einer Apfelschorle oder Kaffee und Kuchen in aller Ruhe an Biertischgarnituren in herrlichem Ambiente im Freien, während die Kleinen in Sichtweite nur wenige Schritte entfernt wohlzufrieden und gut behütet ihrem Bewegungsdrang und der Spiellust frönten.

Nun werden Karussell, Schaukel, Rutsche, Wippe und das berühmte Holzbähnchen aus früheren Tagen einer Generalsanierung unterzogen beziehungsweise alte, in die Jahre gekommenen Spielgeräte erneuert und ersetzt oder durch zusätzliches "Mobiliar" ergänzt und aufgehübscht. Frei dem Motto: Neues Spielmaterial für das im Herbst 2019 neu errichtete Berghaus. Die "frischen" Bauteile sind unter anderem eine Kurzstrecken-Seilbahn, eine Hangrutsche im angrenzenden Wald, eine Doppelschaukel, ein Niedrig-Kletterparcours sowie eine Stehwippe.

Bauausführendes Unternehmen ist die Firma "Garten -& Spielraumgestaltung" von Holger Schwarz aus Kirchheim bei Würzburg. "Ausschließlich mit heimischen Wildhölzern und in handwerklicher Kreativ-Arbeit", wie auf deren Homepage zu lesen ist. Der Fantasie und Achtsamkeit, dem kindlichen Spieltrieb und dem Bewegungsimpuls auch von erwachsenen Menschen seien keine Grenzen gesetzt. "Spielen schult die Motorik, schärft unsere Wahrnehmung, sensibilisiert und fördert die Kommunikation", so der Firmeninhaber. "Unsere Philosophie sind naturgewachsene Spielgeräte mit einheimischer Robinie als Grundgestell. Die Maus ist aus Eiche handgeschnitzt. Wir nutzen die natürlichsten Wuchsformen." Das Material sei naturbelassen und zu 100 Prozent recycelbar.

Die rund zehn Jahre alten vorherigen Spielgeräte genügten nicht mehr der DIN 1176, einer europäischen Norm, an der sich alle Spielgeräte-Her- und -Aufsteller zu halten haben. Die witterungsbedingt in die Jahre gekommenen Utensilien waren laut den strikten Vorschriften nicht mehr TÜV-konform, zu schwach dimensioniert und/oder funktionierten nicht mehr richtig.

Die Gesamtkosten dieser Maßnahme haben einen finanziellen Umfang von rund 50 000 Euro. Der Neubau soll - wenn das Wetter mitspielt - voraussichtlich in dieser oder der nächsten Woche abgeschlossen werden. Schwarz bringt dann zur Endabnahme einen eigenen TÜV-Prüfer mit, "das ist ein klar strukturierter, strikter und strenger Fachmann, der Alt- und Neubestand der Geräte beurteilt, um jegliches Gefährdungspotenzial für die Spielenden auszuschließen."

"Es werden nicht die vor zehn Jahren neu errichteten Spielgeräte abgebaut beziehungsweise erneuert, sondern die Spielgeräte auf dem bereits vorher bestehenden Gelände direkt am Berghaus Rhön. Bei diesen Geräten waren die im Boden stehenden Pfosten vermorscht und andere Sicherheitsmängel vorhanden", informiert Nathalie Bachmann, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Landratsamt Bad Kissingen. Betroffen seien eine sechseckige Spielanlage mit Rutsche, Wackelsteg, Kletterrampe, Rutschstange und Treppenaufgang, zwei Federwippen, eine Doppelwippe, zwei Hüpfpilze, ein Karussell sowie eine Sechseckanlage mit Klettertau, Seilkletternetz, Kletterstangen und Reckstangen.

"Diese Spielgeräte wurden bereits während der letzten Jahre Zug um Zug abgebaut." Nach Fertigstellung des neuen Berghauses Rhön wird nun der Spielplatz erneuert. Errichtet werden eine Seilbahn, Stehwippe, Balancierparcours, Doppelschaukel, Rutsche und Drehscheibe mit den dazugehörigen Fallschutzflächen. In diesem Zuge wird auch der Zaun an den Teichen erneuert.

Auf das neue Spielplatz-"Gesamtpaket" dürfen sich schon jetzt alle kleinen - und auch großen Kinder freuen.