Trotz Niedrigzins-Politik stehe die Bank weiterhin auf einem soliden Fundament, hieß es. "Die Bank konnte ihre betriebswirtschaftlichen Ziele in 2016 erreichen", stellte Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Schott fest.

Vorstand Michael Kaiser erläuterte das Zahlenwerk. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 4,7 Prozent auf 664,9 Millionen Euro. Besonders erfreulich, so Michael Kaiser, sei die Steigerung des Kreditvolumens um 11,7 Millionen auf 197,4 Millionen Euro (6,3 Prozent). Ein wesentlicher Anteil dieser Entwicklung sei auf eine steigende Nachfrage bei gewerblichen Finanzierungen zurückzuführen.

Die Kundeneinlagen erhöhten sich ebenfalls um 2,9 Prozent auf nahezu 544 Millionen Euro. Das genossenschaftliche Geschäftsmodell mit seiner Nähe zum Kunden und seiner qualifizierten Beratung seien die zentralen Erfolgsfaktoren, so Michael Kaiser. Die Beratungsqualität wurde im vergangenen Jahr mehrfach ausgezeichnet. So zähle die VR-Bank aufgrund von Testkäufen durch "Die WELT" zu den besten Beraterbanken Bayerns und nahm in Bad Kissingen dreimal den Spitzenplatz ein, so Vorstandssprecher Rainer Geis.


Dividende: Zwei Prozent

Bedingt durch das Zinsumfeld, sank 2016 allerdings die wichtigste Ertragsquelle, der Zinsüberschuss, um 739 000 Euro gegenüber dem Vorjahr auf 12,9 Millionen Euro. Michael Kaiser wies darauf hin, dass es immer schwieriger werde, für die Kapitalmarkt-Anlagen der Bank - sie machen mit 436 Millionen 66 Prozent der Bilanzsumme aus - eine einigermaßen akzeptable Verzinsung bei gleichzeitiger Anlagesicherheit zu finden.

Der Jahresüberschuss betrug insgesamt 659 000 Euro. Die Bank wird eine Dividende in Höhe von zwei Prozent an ihre Mitglieder ausschütten (89 124 Euro). Zusätzlich werden an diese noch 182 000 Euro an Mitgliederbonus ausgezahlt. Zusammen entspricht dies einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent.

Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Schott berichtete über die gesetzliche Prüfung des Genossenschaftsverbandes, die positiv ausgefallen sei. Aufgrund des guten Betriebsergebnisses sei es gelungen, das Eigenkapital weiter zu stärken.


Zinsen bleiben niedrig

Vorstandssprecher Rainer Geis betonte, dass die Bank auch 2017 mit den niedrigen Zinsen leben müsse. Jetzt zahle sich aus, dass die Bank in der Vergangenheit Schritte in die Wege geleitet hatte, um Kostenbelastungen zu senken. Er nannte Filialschließungen, aber auch Renovierungen, in einer Zeit, als das finanzpolitische Umfeld noch einfacher war. Auch die geplante Fusion mit der Raiffeisenbank Hammelburg solle dazu beitragen, dass die Bank in einem sicheren Fahrwasser bleibt.

Turnusgemäß standen die Wahlen zum Aufsichtsrat auf der Tagesordnung. Wiedergewählt wurden Michael Schäfer (Bad Brückenau) und Hubert Schott (Eltingshausen). Mit Georg Brust und Franz Büttner verließen aus Altersgründen zwei langjährige Aufsichtsräte das Gremium. Georg Brust gehörte dem Aufsichtsrat 36 Jahre an. Vorstand Michael Kaiser nannte Brust ein "überzeugtes VR-Mitglied". "Bei Ihnen spürt man, dass Sie stolz auf die Genossenschaft sind", stellte Kaiser fest. Als Aufsichtsrat habe er mit Leidenschaft und Verstand für die Bank gearbeitet.

Vorstand Rainer Geis würdigte Franz Büttner, der im Jahr seiner Bürgermeisterwahl 1990 auch in den Aufsichtsrat der VR-Bank gewählt worden war. Er habe durch seine "kompetente, frische und lösungsorientierte Art" wichtige Arbeit im Gremium geleistet. "Sie haben sich in all den Jahren nicht gescheut, Ihre Meinung zu sagen und zu vertreten", sagte Rainer Geis. Das sei vor allem bei den beiden großen Fusionen von Bedeutung gewesen.