Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebens-Situationen, geben Rat und Hilfestellung, wo immer gebraucht: Auch in Bad Brückenau und in der ganzen nördlichen Region des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Lohr werden Diakonie-Alltagsbegleitende eingesetzt. Michael Donath, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Lohr, gratulierte 13 Frauen und einem Mann des dritten Kurses "Alltagsbegleitung". Jetzt freuen sich die Ehrenamtlichen hochmotiviert auf ihre Klienten. "Unser Ziel ist es, die Dienste der Alltagsbegleitenden im ganzen Dekanatsbezirk anzubieten. Es freut uns, dass sich dies auch im Teilnehmendenkreis beginnt, abzubilden", sagte Michael Donath.

"Die Vernetzung unter den Ehrenamtlichen im ganzen weitläufigen Dekanatsbezirk beginnt zu wachsen, gerade auch beim Austausch während der angebotenen Weiterbildungen", stellt Michaela Gerlach vom Diakonischen Werk fest.

Geschult in Krankenpflege, Hauswirtschaft, Kommunikation und rechtlichen Themen reflektierte eine Teilnehmerin: "Ich bin wissend geworden. Alle Schulungen, Referentinnen und auch die Organisation waren hervorragend." Die positive Rückmeldung zum Kurs war einhellig. Die Alltagsbegleitenden im Alter von Mitte 20 bis Anfang 70 möchten nun ihr Wissen anwenden.

Einige haben bereits erste Klienten. "Die Nähe von Wohn- zum Einsatzort ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Es muss persönlich passen. Ich freue mich - wir haben noch nie eine Alltagsbegleitung wechseln müssen", teilte Helga Wild-Krämer mit. Sie ist Einsatzleiterin, auch für die Familienpflege.

Logopädin, Ingenieur, Einzelhandelskauffrau - die Grundberufe sind so vielfältig wie die Motivation. "Ich habe selbst schon Notlagen durchgemacht", sagte Petra K. offen. "Ich habe Hilfe erhalten und möchte anderen etwas zurückgeben, etwas Sinnvolles tun." Sandra K. sucht eine neue Herausforderung nach der Elternzeit: "Ich bin gläubig und der Einsatz für andere gehört mit zu meinem Glauben."

Aus dem Sinngrund kommen gleich drei Frauen. Sie begleiten bereits ältere Menschen. "Es macht viel Freude, gerade Gruppenangebote für Seniorinnen und Senioren zu leiten." Sigrun M. aus Bad Brückenau ergänzt: "Ich bringe mich in der Begleitung Pflegebedürftiger sehr gerne ein - auch, weil ich hoffe, dass auch ich nicht allein sein werde, wenn ich einmal auf Hilfe angewiesen bin."

Die positive Grundeinstellung und Zugewandtheit ist bei allen zu spüren. Vorbereitet sind die Ehrenamtlichen aber auch auf dunkle Stunden. Pfarrer Heinrich Spittler, Krankenhaus- und Altenheimseelsorger im Evangelischen Dekanat Lohr und Supervisor, hat die Kursteilnehmer auf den Umgang mit Leid und das Haushalten mit der eigenen Kraft vorbereitet. "Das hat sehr viel gebracht, auch für mich ganz persönlich", sagte Friedrich W. mit Nachdruck. Mit Gottes Segen sandte Dekan Till Roth, Lohr, die Diakonie-Alltagsbegleitenden schließlich in ihren Dienst aus.

Hintergrund

Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Lohr mit rund 17 000 evangelischen Christen erstreckt sich über den Landkreis Main-Spessart und über Teile des Landkreises Bad Kissingen. Es ist Einsatzgebiet der Diakonie-Alltagsbegleiter. Das Projekt "Alltagsbegleitung" wird vom Diakonischen Werk im vangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Lohr und dem Diakonieverein Partenstein getragen. Die Alltagsbegleitenden arbeiten ehrenamtlich und konfessionell unabhängig. Mehr Informationen hier . Pflegebedürftige Menschen oder deren Angehörige können sich beim Diakonischen Werk melden, Tel.: 09352/60 48 42.