38 Jahre standen sie gemeinsam hinter dem Tresen, nun hören sie auf: Maria Lei bold, Heinrich und Rosa Heurich, Tilly und Lothar Selig. Die Idee zur Einteilung von Gruppen, die für die Bewirtung der Sportler zuständig ist, hatte vor 38 Jahren der damalige Vorsitzende der DJK Kothen, Alex Klein. Kurz nach der Einweihung des Sportheimes im Sommer 1975 wurde im Oktober die erste Gruppe gegründet.


Kalkulation war gefragt

Selbstgebackenen Kuchen gab es. Daneben hatte man für den Einkauf gesorgt, schließlich sollten heiße Würstchen für Umsatz sorgen. Bei den Sportheimwirten war auch Kalkulation gefragt. Wichtigste Frage: "Wie wird das Wetter, wie viel Zuschauer werden wohl kommen?" In all den Jahren begleitete die Gruppe auch die traditionelle Kirmesveranstaltung, zunächst im Sportheim und seit drei Jahren bei der Zeltkirmes. Darüber hinaus ist man zuständig für die Bewirtung der Fußballspieler während Trainingstagen und Spielersitzung.

Bewältigt haben sie auch das Highlight 2013: den Auftritt des Trainers und ehemaligen Schalke-Spielers Hans Sarpei, der zahlreiche Interessierte, Fans und Gäste nach Kothen zog. Sarpei unterhielt sich gerne mit den Sportheimwirten und ließ sich mit ihnen fotografieren.

Alles in allem wurde die Ehrenarbeit des Sportheimwirtes erleichtert. Musste man früher noch Saal, Treppe und Toiletten putzen, hat dies längst eine Putzfrau übernommen. Auch der Abwasch per Hand ist weniger geworden, nachdem eine Spülmaschine angeschafft wurde. Nichtsdestotrotz müssen Thekenbereich und Küche geputzt, Geschirrhandtücher und Tischdecken gewaschen werden. Maria, Tilly und Rosa sorgten einmal im Jahr auch dafür, dass die Pokale glänzen. Für die ehrenamtliche Arbeit bekommen die Wirte ein "Trinkgeld" - mit fünf Prozent sind die Teams am Umsatz beteiligt. Einmal im Jahr treffen sich alle Wirte des Jahres im Sportheim zum "Sportheimwirte-Essen".

Beim jüngsten Treffen gab die November-Gruppe bekannt, dass man vor allem altersbedingt aufhöre. Eine Lücke klafft nun, die es zu schließen gilt, obwohl immerhin Herbert Leibold und Reinhard Hembacher weitermachen. Ohne die Leistung der freiwilligen Wirte kämen untragbare Kosten auf den Verein zu. Dass den Mitgliedern etwas an ihrem Verein liegt, zeigt zum einen dass die Sportheimbewirtung für die nächsten Monate gesichert ist, aber auch die Worte von Tilly Selig zum Abschied. "Mir wird etwas fehlen", blickt sie bereits wehmütig zurück.