Rund 120 haupt- und ehrenamtlich in der Jugendarbeit im Bistum Würzburg Aktive haben am Montag und Dienstag an der Jugendseelsorgetagung (JuSeTa) auf dem Volkersberg teilgenommen. Sie stand unter der Überschrift "Mein Leben beginnt am Rand der Komfortzone - Jugendkultur heute".

Die Tagungsteilnehmer begaben sich zunächst auf eine Zeitreise in die eigene Jugend. Durch mitgebrachte Fotos und Gegenstände aus den letzten 30 Jahren wurden die zurückliegenden Jugendkulturepochen wie etwa die Popper der 1980er, die Raver und Hip-Hoper der 1990er, die Gamer und Skater der Jahrtausendwende oder auch die aktuelle Fridays-for-future-Bewegung präsent. Martin Kempen, Pastoralpsychologe des Bistums Würzburg, ging in seinem anschließenden Impulsreferat darauf ein, dass die Begegnung mit Jugendlichen für Erwachsene immer ein interkulturelles Experiment sei. Da junge Menschen auf dem Weg des Erwachsenwerdens ihre Komfortzonen verlassen müssen, entstehen immer wieder neue Jugendkulturen. Darauf eingehen zu können verlange von Jugendarbeitern eine hohe interkulturelle Kompetenz, die sich u.a. durch eine echte Offenheit und Interesse am "Anders sein" ausdrückt.

Großen Schritt ins Unbekannte wagen

Das setze voraus, dass man auch als Jugendarbeiter dazu bereit sei, seine Komfortzone zu verlassen und einen großen Schritt ins Unbekannte zu wagen. Jugendliche merken es schnell, wenn man es mit ihnen und ihren Themen nicht ernst meint. Kempen ermutigte im Sinne des Philosophen Martin Buber "Alles wirkliche Leben ist Begegnung" dazu, sich gerade in der kirchlichen Jugendarbeit nicht hinter Worthülsen zu verstecken, sondern in der Begegnung mit Jugendlichen um Augenhöhe zu bemühen und so die eigene Person zum Vorschein kommen zu lassen.