Durch die aktuellen Maßnahmen, die unter anderem Gottesdienste und Familienfeiern verbieten, sind die Osterfeiertage beinahe unbemerkt an uns vorbeigezogen. Besonders der Karfreitag, an dem man in Geroda und Platz normalerweise nach dem morgendlichen Gottesdienst die Friedhöfe aufsucht, erweckte durch den ausgefallenen Ritus und den herrlichen Sonnenschein gar nicht den Anschein des höchsten Trauertages des christlichen Kirchenjahres.

Um wenigstens die musikalische Tradition fortzuführen, initiierte Achim Scholz das morgendliche "Karfreitagsblasen" quasi aus dem Home-office. Die neun Musiker aus drei benachbarten Familien im Geröder Eichholz hatten sich auf ihren jeweiligen Grundstücken verabredet und nach dem Vermessen der Sicherheitsabstände fünf Choräle zum Besten gegeben.

Dem regulären Bläserensemble stand die Gruppe in nichts nach, denn fast jeder beherrscht ein anderes Instrument, und so erschallten die Melodien mit Trompeten, Hörnern, Posaune, Klarinette, Querflöte und E-Bass.

Andächtig den Klängen gelauscht

Primär wollten die Musiker für die vereinzelten Besucher des Friedhofs am gegenüberliegenden Hang spielen, doch die Choräle schallten über ganz Geroda, sodass einige Radfahrer und Fußgänger innehielten und andächtig den Klängen lauschten. Für ihre spontane Aktion bekamen die Musikanten viele positive Rückmeldungen, denn sie brachten zumindest ein bisschen Normalität in diese außergewöhnlichen Tage.