In den beiden "Rhön-Landkreisen" Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld wurden jeweils acht Bäche - fünf waren eigentlich nur durch das Projekt vorgesehen - näher auf ein Salamander-Vorkommen untersucht. Im Landkreis Bad Kissingen waren das laut Karl-Heinz Kolb, Regionalbetreuer für den Bund Naturschutz (BN), unter anderem die Kaskadenschlucht bei Bad Kissingen, die Hubertusquellen bei Volkers und das Hofgrundwasser bei Bad Brückenau, der Knetzengraben bei Wernarz, der Zundersbach bei Oberbach und der Tempelgraben im Neuwirtshauser Forst.

Bei den Untersuchungen wurde jeweils auf einem festgelegten Bachabschnitt von 200 Metern, an drei aufeinanderfolgenden Terminen im Frühjahr und Sommer, die Anzahl der dort vorhandenen Feuersalamander-Larven erfasst. Der "beste" Bach im Kissinger Landkreis beheimatete maximal 104, derjenige in Rhön-Grabfeld 195 Feuersalamander-Larven.

Der Feuersalamander ist aufgrund des Verlustes seiner Lebensräume in Bayern stark gefährdet. Daneben wird der Schwanzlurch zusätzlich durch den eingeschleppten Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) bedroht. Wie die Entwicklung in den Niederlanden zeigt, wo der Pilz sich seit 2013 ausbreitet und die Feuersalamander-Population bereits zu rund 98 Prozent eingebrochen ist, kann dieser Pilzbefall sogar zum Aussterben dieser Art führen.

Seit März 2021 setzen sich deswegen die bayerischen Naturschutzverbände BN, Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern (LARS) in einem gemeinsamen Artenhilfsprogramm "Feuersalamander in Bayern" für die gefährdete Art ein. Deren Mitarbeiter kümmern sich gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Kartierern und Kartiererinnen darum, die Bäche, in die der Feuersalamander seine Larven entlässt, genauer zu kartieren.

Zusätzlich nehmen sie von erwachsenen Tieren Abstriche, um herauszufinden, ob und wenn ja wo der gefährliche Hautpilz in Bayern bereits vorkommt. Bisher konnten in der Rhön nur an zwei erwachsenen Tieren Bsal-Abstriche genommen werden. Das soll in den Folgejahren deutlich intensiviert werden.

Kürzlich bereiste der BN-Projektmanager für das Artenhilfsprogramm, Horst Schwemmer, die Salamander-Bäche in der Bayerischen Rhön. Gemeinsam mit Karl-Heinz Kolb, der neben dem Feuersalamander-Projekt noch als "Gebietsbetreuer für die Schwarzen Berge und das Sinntal" tätig ist, wurden insgesamt acht Bäche in den beiden Landkreisen inspiziert.

Beeindruckt war Horst Schwemmer laut einer Presseinformation von der großen Vielfalt der Rhönbäche, die von Gewässern mit steilen Kalksinterterrassen und in Basaltgestein verlaufenden Bächen in Rhön-Grabfeld bis zu typischen Bächen im Buntsandstein im Neuwirtshäuser Forst reichten. Die hohe Qualität der ausgewählten Feuersalamander-Bäche würden auch die Funde von Bachflohkrebsen und Bachläufern an verschiedenen Gewässerläufen belegen.

Zum Abschluss der Bachbereisung fand am Zundersbach, der vom Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen, Franz Zang, kartiert wird, ein Treffen mit dem Vorstand und weiteren aktiven Mitglieder der Gruppe, die alle im Projekt als Kartierer mitwirken, statt.