Ludwig van Beethoven genießt den Ruf eines radikalen Künstlers, der sich und die Kunst immer wieder neu zu erfinden wusste. Er erweiterte die Grenzen der Musik wie kein anderer Komponist vor ihm und stellte damit auch die Gesellschaft in Frage. Diese revolutionäre Facette hebt in seinem innovativen Debütprojekt "Flickwerk eines Wahnsinnigen" das Noris Quartett im nächsten Hochschulpodium hervor. Dieses findet am Samstag, 29. Februar, 20 Uhr, im Kuppelsaal des Dorint Resort & Spa Bad Brückenau statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Die Mitglieder des jungen Streichquartetts heißen Renato Wiedemann (1. Violine), Laura Ion (2. Violine), Michael Falter (Viola) und Martin Matos Mendoza (Violoncello). Sie studieren an der Hochschule für Musik Nürnberg.

Im Fokus des Programms steht das Streichquartett e-Moll op. 59/2 - das mittlere der drei Rasumowsky-Streichquartette, die einige Zeitgenossen Beethovens als "Flickwerk eines Wahnsinnigen" bezeichneten. Benannt wurden sie nach ihrem Auftraggeber, dem russischen Diplomaten Andrej Rasumowsky. "Die drei neuen langen und schwierigen Beethovenschen Violinquartette zogen die Aufmerksamkeit aller Kenner auf sich. Sie sind tief gedacht und trefflich gearbeitet, aber nicht allgemein fasslich", hieß es am 27. Februar 1807 in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung über ein Konzert im Palais des Grafen Rasumowsky. Andere formulierten ihr Unverständnis krasser und offener. Der Cellist Bernhard Romberg trat sein Notenblatt mit Füßen, andere sprachen von "verrückter Musik", und der selbst so eng mit Beethoven arbeitende Geiger Ignaz Schuppanzigh hielt diese Musik anfangs für einen schlechten Scherz.