Mit zehn Einsätzen - darunter zum Teil auch schwere Verkehrsunfälle - war 2013 ein denkwürdiges Jahr für die Freiwillige Feuerwehr in Oberwildflecken. Weil es dabei immer wieder auch um Menschenleben ging, ist Kommandant David Kretschmann überzeugt: "Wer es zum ersten Mal miterlebt hat, der vergisst es nicht." Umso glücklicher ist Kretschmann darüber, dass alle Wehrleute von den Einsätzen gut zurückgekommen sind. Die wichtigste Aufgabe der Feuerwehrführung sei es dabei, auch im Ernstfall die Helfer zur Besonnenheit aufzurufen.

Doch es gab auch Einsätze der kuriosen Art. Eine verirrte Katze hatte sich so hoch auf einen Baum gewagt, dass sie den Weg nach unten nicht mehr alleine bewerkstelligen konnte. Weil das Tier sich in derart luftige Höhen bewegt hatte, reichte nicht einmal die Leiter der Oberwildfleckener Wehr aus, um die Katze zu retten. Durch Unterstützung der Werkfeuerwehr von Paul und Co gelang es den Helfern schließlich doch noch, alles zum Guten zu wenden.

Bei der Wahl des Kommandanten hatte David Kretschmann keinen Gegenkandidaten. Alle 14 wahlberechtigten Teilnehmer votierten für den jungen Kommandanten, der sich für den großen Vertrauensbeweis bedankte. 24 aktive Mitglieder hat die Oberwildfleckener Wehr derzeit. Besonders freut sich der Kommandant darüber, dass drei jugendliche Mitglieder gewonnen werden konnten.

Weitere Einsätze des vergangenen Jahres waren die Verkehrssicherung beim Rosenmontagsumzug, die Rettung eines Verletzten bei einem Verkehrsunfall im April, eine Alarmierung im Juli per Handy und Sirene, bei der allerdings nicht sofort klar war, wohin die Wehr ausrücken sollte. Weil hierbei wertvolle Zeit verstrichen war, denkt Kretschmann über eine zusätzliche Fax-Alarmierung nach, die im Notfall greift, wenn zum Beispiel das Mobilfunknetz überlastet sein sollte und Informationen fehlen.

Schwerer Unfall

Ausgerückt ist die Wehr auch bei einem Brand im Ratskeller und bei einem Unfall zwischen Wildflecken und Oberwildflecken im September, bei dem drei Menschen schwer verletzt worden waren. Dieser Unfall war nach Auskunft des Kommandanten so gravierend, dass an den Unfallfolgen ein Mann verstarb und zwei weitere Verletzte lange mit den Folgen zu kämpfen haben. Glimpflich ging hingegen ein Brand in der Reussendorfer Straße aus. Die Anwohner konnten das Feuer mit eigenen Kräften löschen. 18 Übungen absolvierten die Oberwildfleckener 2013. In der ehemaligen Rhönkaserne probten die Floriansjünger den Ernstfall zusammen mit der Werkfeuerwehr von Paul und Co.

Grünes Licht für neues Fahrzeug

Heuer bekommt die Wehr ein neues Fahrzeug, die Ausschreibung ist bereits im vollen Gange. Stellvertretender Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) berichtete, dass die erfreuliche Nachricht am 23. Januar von der Regierung von Unterfranken gekommen war. Jetzt hat die Gemeinde grünes Licht gegeben und Kleinhenz geht davon aus, dass die Beschaffung noch heuer über die Bühne geht. Durch das neue Fahrzeug werden auch Umbau- beziehungsweise Sanierungsmaßnahmen am kleinen Feuerwehrhaus notwendig. Kleinhenz sicherte der Wehr zu, dass die Gemeinde für den nötigen Umbau sorgen wird: "Dann ist auch gewährleistet, dass das neue Fahrzeug viele Jahre geschützt ist." Der derzeitige Zustand des Feuerwehrhauses sei sicher kein Luxus: "Da muss etwas gemacht werden."

Kreisbrandinspektor Marco Brust zeigte sich beeindruckt von der hohen Zahl an Übungen: "Da könnte sich manche andere Wehr, die eine ganz andere Größe hat, eine Scheibe von abschneiden. Es gibt zu einer Feuerwehr vor Ort keine Alternative." Georg Helfrich, Kommandant der Wildfleckener Wehr, beschrieb die zusätzlichen Aufgaben, die durch die Beschaffung des neuen Fahrzeugs auf die Wehr zukommen. So werde sie sich auch mit Atemschutz befassen müssen. Aus dem Feuerwehrverein berichtete Michael Hackl, der auch den Ex-Kommandanten ein Sonderlob aussprach. Es sei keinesfalls selbstverständlich, dass diese "immer bereit stehen, wenn Hilfe gebraucht wird". Der Feuerwehrverein hat 45 Mitglieder, darunter zwei Ehrenmitglieder.
Sebastian Schmitt-Mathea