Einen besseren Start hätte man sich nicht wünschen können: Bei schönstem Wetter haben die Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf und der Naturpark Hessische Rhön die neue Extratour "Der Rasdorfer" eröffnet. Rund 300 Wanderer waren gekommen, um die unterschiedlichen geführten Strecken der Tour zu testen, die das "Deutsche Wandersiegel Premiumweg" trägt.

Schon vor dem Start war viel los: Unter den Bäumen am Biotop Heileweg hatten sich zahlreiche Menschen versammelt. Hier, an der eigens für die Extratour errichteten Wegebrücke über den Bach, begrüßte Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn die Wanderer. "Sie alle werden heute feststellen: Wir eröffnen heute eine ganz besondere Extratour."

Ohne gut funktionierende Zusammenarbeit sei diese nicht zustande gekommen, betonte der Bürgermeister. Er und Wegekoordinator Thomas Lemke hätten viele Stunden zusammengesessen, "um die optimale Route zu finden und zu planen". Zwei Jahre später - dank großem Engagement der Mitarbeiter des Naturparks und des gemeindlichen Bauhofs - sei diese nun gefunden und umgesetzt worden. Stiftskirche, Wehrfriedhof, größter Dorfanger Hessens, Wallfahrtskapelle, Gedenkstätte Point Alpha - die Tour verbinde nicht nur besondere Sehenswürdigkeiten, sondern könne im Hinblick auf den 30. Jahrestag des Mauerfalls auch als Freiheitssymbol verstanden werden. "Mehr als 40 Jahre lang waren Wanderungen zwischen Rasdorf und Geisa undenkbar. Nehmen Sie Ihre Familien heute mit auf die neue Extratour - lassen Sie uns diese Freiheit genießen."

Gemeinsam mit Torsten Raab, Geschäftsführer des Naturparks Hessische Rhön, lösten Jürgen Hahn und Thomas Lemke die symbolische rote Schleife an der Wegebrücke. Zuvor hatten die Pfarrer Stefan Ott und Harald Krüger die Brücke gesegnet. Gemeinsam ging es dann zum Dorfanger. Hier, am Startpunkt des Rundwanderwegs, versammelten sich rund 300 Menschen - unter ihnen Fuldas Landrat Bernd Woide, der Jürgen Hahn die Urkunde des Deutschen Wanderinstitus überreichte. "Der Rasdorfer" erfülle als "eine abwechslungsreiche Tour in geschichtsträchtigem Umfeld, die sowohl mit landschaftlichen Reizen als auch mit Zeugnissen älterer und jüngster Geschichte punkte", alle Anforderungen eines Premiumweges, erklärte Torsten Raab. Mit 61 von 100 Erlebnispunkten zeigten sich die Verantwortlichen mehr als zufrieden.

In sechs unterschiedlichen geführten Touren erkundeten die Gäste dann die neue Extratour. Viele entschieden sich angesichts des optimalen Wetters für die komplette Strecke. Mit 15,5 Kilometern und mittlerem Schwierigkeitsgrad ist "Der Rasdorfer" - gekennzeichnet mit einem roten "R" - für ambitionierte Wanderer geeignet, die eine Halbtages- oder Tagestour suchen. Aber auch, wer an diesem Tag eine kleinere Runde gewählt hatte, kam auf seine Kosten: Hermann-Josef Hahn etwa führte seine Gruppe über den Gehilfersberg, die Bornmühle und die Teichanlage. Die rund 70 Wanderer, unter ihnen Landrat Bernd Woide, genossen nicht nur den wunderschönen Panoramablick auf die Berge des Hessischen Kegelspiels, sondern erlebten dank Hahn unterhaltsame Stunden. Der erfahrende Wanderführer wusste nicht nur viel über das Kegelspiel und seine Entstehungsgeschichte zu berichten, sondern hatte auch für angemessene Wegzehrung gesorgt: Unterwegs wurde auf die neue Extratour angestoßen - natürlich mit dem Kräuterlikör "Rasdorfer".

Hintergrund:

Extratouren, Rundwege zwischen 7 und 25 Kilometern Länge, werden vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert. Gemeinsam mit dem Premiumwanderweg "Der Hochrhöner" stehen sie für die höchste Qualitätsstufe im Rhöner Wanderwegenetz. "Der Rasdorfer" trägt die Nummer 29 - in Hessen gibt es nun elf, in Bayern 13 und in der Thüringer Rhön fünf Extratouren. In diesem Jahr sollen noch zwei weitere Extratouren eröffnet werden: "Weinberg" bei Hünfeld und "Waldfenster" im Landkreis Bad Kissingen.