Vor fast fünf Jahren kam Evhenii Stoianov wegen des Krieges im Donbas -Gebiet (Ostukraine) nach Deutschland. In der Flüchtlingsunterkunft in Volkers fand der heute 27-Jährige eine erste Bleibe - und beim TSV eine sportliche Heimat. Er schoss wichtige Tore, gehörte zum Stamm der Fußball-Mannschaft. Vor wenigen Tagen kehrte Stoianov "freiwillig" in die Ukraine zurück. Sein Schicksal steht für das vieler Asylbewerber, die hierzulande kaum Chancen auf Anerkennung haben.

Beim TSV Volkers weinen sie Evhenii Stoianov mehr als eine Träne nach. Fußball-Abteilungsleiter Oliver Brust: "Auf Evhenii konntest du dich immer verlassen. Er fehlte so gut wie nie, weder beim zweimaligen Training unter der Woche, noch bei den sonntäglichen Spielen."

In der Aufstiegsrelegation zur A-Klasse 2015/16 gelang Stoianov das entscheidende Tor für Volkers. Nicht nur deswegen überließ Mannschaftsführer Nico Ipek ihm bei seinem "Abschiedsspiel" gegen Obereschenbach am 20. Oktober gerne die Kapitäns-Binde. "Er war ein wichtiger Faktor in unserem Team - gerade unter dem Aspekt unserer mitunter doch stark angespannten Personalsituation."

Drei Tage nach dem Spiel saß der studierte Maschinenbau-Ingenieur mit seinen Eltern im Flieger Richtung ukrainische Hauptstadt Kiew. Dann ging es weiter nach Odessa am Schwarzen Meer, wo die Stoianovs um 20.35 Uhr eintreffen sollten. "Nach Rückkehrberatung freiwillig ausgereist", bestätigt Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken auf Nachfrage den Vorgang.