"Azubis back to school": Unter diesem Motto stand die Veranstaltung des Mittelschul-Verbundes von Bad Brückenau, Schondra und Wildflecken. Ehemalige Schüler besuchten die Mittelschule Bad Brückenau, um über ihren Werdegang und ihren Ausbildungsberuf zu berichten.
Rund 300 Schüler der 7. bis 9. Klassen des Mittelschulverbundes Bad Brückenau, Schondra und Wildflecken konnten sich so über zwölf verschiedene Ausbildungsberufe informieren.
Der "Azubis back to school"-Tag fand damit schon zum zweiten Mal statt. Der erste war im Jahr 2011 gewesen.


Keine sichtbaren Tätowierungen

Es sei die erste gemeinsame Veranstaltung des Mittelschulverbundes, sagte die Schulleiterin der Mittelschule Bad Brückenau, Birgit Herré. In Zusammenarbeit mit Angelika Eckert, Betreuerin des Berufsorientierungsnetzwerkes BON, wurde ein Programm ausgearbeitet, bei dem sich die Schüler zwei Vorträge ihrer ehemaligen Schulkollegen aussuchen durften. Vom Fleischer, über Sozialbetreuerin, Fachinformatiker, Tischler oder Polizist war fast alles dabei.
Wie lange ist die Ausbildungsdauer? Welche Voraussetzungen brauche ich? Gibt es Schulfächer, in denen ich gut sein muss? Dies alles sind wichtige Fragen, die beantwortet wurden.
Wegen der großen Nachfrage wurde Polizeihauptmeister Florian Leimbach gebeten, über das Berufsbild des Polizisten zu berichten. So erfuhren die Jugendlichen, welche Voraussetzungen man braucht, wenn man eine Ausbildung bei der Polizei beginnen möchte.
Neben der gesundheitlichen Eignung und der körperlichen Fitness darf man nicht bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein. Sichtbare Tätowierungen, also an Arm, Hals und Gesicht, sind nicht erlaubt und ein Ausschlusskriterium.


Auf Kunden zugehen

Man könne den Beruf des Polizisten auch daheim nicht einfach abstreifen, erklärte Florian Leimbach. "Ich kann nicht am Wochenende besoffen Auto fahren und unter der Woche Polizist sein." Die gesellschaftliche Verantwortung und Vorbildfunktion bestehe auch im Privatleben. "Das muss einem klar sein, um den Beruf des Polizisten zu erlernen." Die Schüler stellten viele Fragen, besonders über den Waffengebrauch eines Polizisten oder wie hoch dessen Verdienst sei.
Unter anderem waren auch die Firmen "Hanse Haus", "Holz Akzente" und "Paul & Co" mit ihren Auszubildenden vertreten. Gerardo del Rio Romero, Personalleiter bei "Paul & Co", motivierte die Schüler, möglichst mehrere Praktika zu machen. Nur so könne man herausfinden, was einem liegt.
Über die anspruchsvolle Ausbildung des Fachinformatikers berichtete Mathias Schulz. "Es geht hier nicht nur um Bits und Bites." Eine gute Kommunikationsfähigkeit wird dringend benötigt, da vieles telefonisch, oder in persönlichen Beratungen und Schulungen, mit dem Kunden besprochen wird. "Wir arbeiten mit Personen, nicht nur mit Computern", so das Fazit, des 18-jährigen Fachinformatikers. Mathias Schulz gab den Schülern mit auf den Weg, dass eine saubere und ordentliche Bewerbung das Wichtigste ist. "Eine Bewerbung ist eine Visitenkarte", so der einprägsame Spruch des Römershagers.
So appellierte auch Schulleiterin Birgit Herré, sich an Leute zu wenden, die beim Bewerbungsschreiben helfen können. Sei es Lehrer oder Angelika Eckert, die auch nochmal Korrektur lesen, bevor die Bewerbungsmappe abgeschickt wird.
Der "Azubis back to school day" ist im Wechsel mit dem Tag der Ausbildung der Stadt Bad Brückenau eingeplant und soll zu einem festen Bestandteil des Mittelschulverbundes werden, wie die Schulleiterin erklärte.