1,5 Kilometer ist die Eckartsrother Straße in Oberbach lang. Und voller Schlaglöcher und Spurrillen. Dass sie und die darunter liegende Wasserleitung dringend saniert werden müssen, steht im Gemeinderat außer Frage. Doch war die bisherige Kostenschätzung über 2,4 Millionen Euro vielen Räten einfach zu hoch. Verbindet die zwischen fünf und 5,5 Meter breite Straße doch nur wenige Häuser in dem Weiler mit dem Hauptort. Deswegen sollte das Ingenieurbüro Köhl aus Würzburg eine alternative Berechnung erstellen - über eine abgespeckte Variante aus Voll- und Teilsanierung. Das Ergebnis dürfte den Räten nicht sonderlich gefallen haben.

1,7 Millionen Euro kostet auch diese Mischung aus Voll- und Teilausbau, wie Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) im Gemeinderat vortrug. Die Eckartsrother Straße würde dabei ab der Schummhofbrücke über die Sinn bis etwa zum Veithenhof auf rund 850 Meter Länge mittels Fräsen abgetragen und mit neuer Deckschicht versehen. Mehrere kürzere Abschnitte sollen dabei nicht mitsaniert werden; sie weisen nur geringe Mängel auf. Die verbleibenden circa 650 Meter würden dann im Vollausbau saniert.

Die Kosten allein für den Straßenbau betragen laut Büro Köhl 1,1 Millionen Euro Mio, inklusive neuer Wasserleitung etwa 1,7 Millionen Euro. Eine staatliche Förderung über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) wäre laut Verwaltungsleiter Daniel Kleinheinz nicht möglich. Abzüglich einer Bezuschussung für die Wasserleitung blieben Stand jetzt 1,3 Millionen Euro an der klammen Marktgemeinde hängen. Inwieweit der Teilvollausbau über die Regierung von Unterfranken gefördert werden kann, muss Kleinheinz noch abprüfen.

Was die Belastung der Wildfleckener Kasse angeht, unterscheidet sich die neue Lösung nicht sehr von der vorher bekannten mit dem Vollausbau, also neben der Straßendecke auch Austausch und Neuaufschüttung des Unterbaus auf der gesamten Strecke. Der Komplettausbau liegt - nur für den Straßenkörper - bei 1,8 Millionen Euro. Dazu käme die Wasserleitung mit circa 600 000 Euro. Macht 2,4 Millionen Euro.

"Hier könnte gegebenenfalls eine Förderung des ALE mit circa 65 bis 75 Prozent den Eigenanteil verringern", schreibt Kleinheinz auf Nachfrage. Nachteil laut dem Verwaltungsleiter: Die geförderte Ausbaubreite der Straße ist auf 3,5 Meter beschränkt; die verbleibenden 1,5 bis zwei Meter müsste der Markt Wildflecken aus eigener Tasche bezahlen. Und das macht laut Köhl-Berechnung nach Abzug der staatlichen Förderung auch 1,1 Millionen Euro aus. Damit käme der Teilvollausbau die Gemeinde unterm Strich sogar teurer als die Kompletterneuerung.

Daniel Kleinheinz betont, dass "die Fördermöglichkeiten noch nicht vollends geprüft" wurden. Das gelte insbesondere für die Variante des Teilvollausbaus und eine mögliche Förderung durch die Regierung von Unterfranken über das Finanzausgleichsgesetz oder das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. "Vermutlich müsste jedoch auch hier ein Vollausbau durchgeführt werden und die Straßenbreite von mindestens 5,5 Metern zwingend eingehalten werden." Fakt ist, dass der Neubau der Wasserleitung zu 70 Prozent über das Wasserwirtschaftsamt förderfähig ist.

Gemeinderat Christoph Schmitt (PWW) konnte gar nicht begreifen, dass der Unterschied zwischen Voll- und abschnittsweisem Voll- und Teilausbau "nur" 700 000 Euro betragen soll. Bei Bad Brückenau seien 2,5 Kilometer von der dortigen Leimbachstraße bis zur Anschlussstelle der A7 bei Volkers für 680 000 Euro teilsaniert worden. Laut Kleinheinz liegt das daran, dass der Anteil des Vollausbaus an der Eckartsrother Straße auch bei der jetzt vorgestellten Variante 2 recht groß sei.

Egal, für welchen Ausbau sich der Gemeinderat entscheidet: Für die Straßensanierung müssen in jedem Fall ein Baugrundgutachten erstellt und eine Vermessung durchgeführt werden. Das Gutachten wird etwa 10 000 Euro kosten, die Vermessung circa 6000 Euro.

Der Auftrag für die Vermessung soll noch in diesem Jahr vergeben werden, der für die Baugrunduntersuchung Anfang 2022.

Eine Million für Ingenieurleistungen für neue Kläranlage

Mit 7,1 Millionen recht kostenintensiv wird der Bau der neuen Kläranlage für den Markt Wildflecken in Oberbach. Das beinhaltet auch den Bau der restlichen Abwasserdruckleitung und des benötigten Pumpwerkes. Hinzu kommt indes noch eine Million Euro als Honorar für die Planungsleistungen eines Ingenieurbüros. Dessen Namen verkündete Daniel Kleinheinz im Gemeinderat. Es handelt sich um das Büro Arz Ingenieure. In einer europaweiten Ausschreibung setzten sich die Würzburger gegen zwei andere Büros durch.

Noch in diesem Jahr soll die Planung für die neue Kläranlage beginnen und die erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden. Dafür ist rund ein Jahr vorgesehen. In den Jahren 2023 und 2024 soll gebaut werden. 2025 soll die Kläranlage in Betrieb gehen.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz informierte in der Sitzung über einen Anruf seines Riedenberger Amtskollegen Roland Römmelt (CSU). Dieser habe ihm mitgeteilt, dass die Möglichkeit, dass die Riedenberger ihr Abwasser nach Oberbach anschließen, noch nicht vom Tisch sei.