Die Pflöcke fürs neue MedZentrum - sie scheinen schon eingeschlagen im Georgi-Kurpark, unmittelbar neben der Franz-von-Prümmer-Klinik. Der Schein trügt. Die Holzstecken wurden nur gesetzt, um die Dimensionen des millionenschweren Neubaus zu zeigen. Doch Baubeginn soll bald sein.

2300 Quadratmeter Bürofläche wird das geplante MedZentrum nach jetziger Planung aufweisen, und es wird 7,9 Millionen Euro schwer sein. Das verkündete Alexander Bechtler, Rechtsanwalt und Sprecher des Projektentwicklers IWG Ideenwelt Gesundheitsmarkt GmbH, in einer Pressekonferenz in der Franz-von-Prümmer-Klinik.

Noch im November soll der Bauantrag beim Landratsamt in Bad Kissingen eingereicht werden. Den ersten Spatenstich hoffen die Initiatoren im Frühjahr 2021 setzen zu können. Die Fertigstellung erhoffen sie im Herbst des Folgejahres.

Finanzieren wird das Projekt nach Bechtlers Angaben die Sparkasse Bad Kissingen; als Bauherr tritt die neu gegründete MedZentrum Bad Brückenau GmbH & Co. KG auf. Als Voraussetzung für den Bau hat die Stadt dieser Gesellschaft das erforderliche Grundstück - bisher eine Wiese mit ein paar Bäumen und Sträuchern - in Erbpacht auf 99 Jahre überlassen.

"Das MedZentrum bedeutet kein Spekulationsvorhaben in Form einer Immobilie, sondern die Schaffung sozialer Infrastruktur", stellte Bechtler klar. Die IWG-Unternehmensgruppe bleibe auch nach Fertigstellung an Bord. Aber auch die zukünftigen Mieter, also zum Beispiel Ärzte oder andere im Gesundheitssektor Tätige, sowie die Bad Brückenauer könnten sich am MedZentrum beteiligen. Und überhaupt. Bis auf eine Fläche von 122 Quadratmetern sei das Haus komplett vermietet.

Namen der Mieter bekannt

Erstmals nannte der Rechtsanwalt konkrete Namen. So haben sich ins MedZentrum eingemietet: Sanitätshaus Spiegel aus Fulda, aus Bad Brückenau Brillen-Voigt, der Orthopäde Dr. Christian Knopp, die Hausärzte Rainer Nelkenstock und Joachim Hagitte sowie die Augenärzte Dr. Melanie Jäger/ Dr. Ralf Ungerechts. Eine Zahnarztpraxis einrichten wird Dr. Rena Müller, auch aus der Kurstadt.

Alexander Bechtler betonte, dass man die in der Stadt bestehende medizinische Infrastruktur "nicht kannibalisieren" wolle. Deswegen finde sich im MedZentrum keine Apotheke. Er betonte aber auch den Nutzen, den das Ärztehaus dank Synergien für den Erhalt der benachbarten Prümmer-Klinik entwickeln soll.

Wieviel Platzbedarf das Krankenhaus im MedZentrum haben wird, steht nach Bechtlers Worten indes noch nicht fest. Bisher bleibt eine Fläche von 122 Quadratmetern im Erdgeschoss unbelegt. Auf ihr könnten Zonen für Warten und Verweilen für Patienten und Angehörige unterkommen, aber auch eine gastronomische Nutzung.

Apropos Bewahren: Alexander Bechtler gibt zu, dass für den Bau des MedZentrums einige Bäume im Georgi-Kurpark fallen werden. Laut 3. Bürgermeister Dieter Seban, der bei der Pressekonferenz zugegen war, sind es "keine wertvollen". Bechtler kündigte Ersatzpflanzungen an anderer Stelle an.

Planerin Gesine Schmidt sagte, sie habe versucht, das Gebäude möglichst naturverträglich in die Umgebung einzupassen. Die rechteckige Form sei das Resultat. Das Medzentrum orientiere sich aber auch an den Ansprüchen, die die künftigen Mieter geltend gemacht hatten.

Gegenwind von den Gegnern des Projektes beziehungsweise den Initiatoren eines Bürgerbegehrens erwarten weder Bechtler noch Bürgermeister Jochen Vogel. Von ihnen haben beide seit Monaten nichts mehr gehört. Die Bad Brückenauer über die weiteren Projektschritte informieren will der Projektentwickler dennoch. Das sei aber "Pandemie-abhängig".