"Wann kommt denn endlich wieder das Kreuz auf unsere Kirche?", lautete seit Monaten die ungeduldige Frage, die in Geroda immer wieder ausgesprochen wurde. Aufgrund eines Sturmschadens geriet das Kirchturmkreuz der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Geroda in Schieflage und musste abmontiert werden. Erst beim Abbau im März 2021 zeigte sich die Dringlichkeit, denn das Kreuz war absturzgefährdet. Direkt darunter führt ein rege genutzter Weg am Kirchengebäude vorbei. Vermutlich hätte nur eine weitere Sturmböe ausgereicht, das Kreuz zu Fall zu bringen. "Es war Bewahrung, dass es rechtzeitig abgebaut wurde", meinten einige aus der Kirchengemeinde, heißt es im Pressetext der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Geroda .

Im Zuge der Reparatur konnten Schweiß- und Nietverbindungen erneuert sowie Kugel und Wetterhahn saniert werden. Zudem wurde die bisherige Halterung komplett ummantelt, was für zusätzliche Stabilität sorgt.

Zwei Urkunden in der Kugel

Beim Öffnen der Kugel kamen zwei Urkunden zum Vorschein. 1915 war der Turm abgebrannt und konnte "während des großen Krieges aus Leutemangel nicht aufgebaut werden". Bis 1920 dauerte der Wiederaufbau an, und der Turm soll, laut. Urkunde, besseren Zeiten entgegensehen. Eine umfassende Modernisierung beschreibt die zweite Urkunde aus dem Jahr 1976. Heizung, elektrisches Geläut, Umbauten im Innenraum und die Sanierung des Kirchen- und Kirchturmdachs erfolgten. Die Urkunde wünscht den Entdeckern der Zeilen zuversichtlichen Mut, was ihre Zeit verlangt.

Bedingt durch das Pandemiegeschehen wurden die Urkunden per Videokonferenz im Kirchenvorstand verlesen. Pandemie und Krieg in der Ukraine sind in der neu hinzugefügten Urkunde aufgenommen, die mit den Worten endet: "Möge der Kirchturm kommenden Generationen zum Zeichen der Hoffnung und des Friedens werden und ihnen die Zuversicht vermitteln, dass Gott auch in den Wirren der Zeiten da ist."

Blockade des Wetterhahns gelöst

Bedingt durch Erkrankungen innerhalb der ausführenden Firma und der Wetterverhältnisse verzögerte sich die Anbringung des Kreuzes. Am vergangenen Samstag, 7. Mai, wurde das Kirchturmkreuz schließlich wieder aufgerichtet. Ohne größere Probleme, aber mit Kran und viel Muskelstärke konnte das circa 300 kg schwere Kreuz montiert werden. Lediglich der Wetterhahn wollte sich anfangs nicht drehen. Geduldig suchten die Mitarbeiter der Firma Thilo Hammer aus Arnstein nach der Blockade und lösten sie schließlich.

Über ein Jahr dauerte es - doch nun können die Menschen wieder das Kreuz sehen, wenn sie von weitem zur Pfarrkirche Geroda blicken. Ein wichtiges Symbol, vor allem für jene, die gesundheitsbedingt den Weg zur Kirche nicht mehr schaffen. Der Kirchturm zeigt zum Himmel, der unsere Welt überspannt. Das Kreuz verweist auf den, der den Tod besiegte: Jesus Christus. Das gibt Hoffnung, dass auch wir mit Gottes Hilfe in den Wirren unserer Zeit unseren Weg finden, so die Pressemitteilung weiter.

Dankgottesdienst am Sonntag

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Geroda feiert am Sonntag, 15. Mai, 9.30 Uhr, einen Dankgottesdienst anlässlich der Wiederaufrichtung des Kirchturmkreuzes und lädt hierzu herzlich ein. Es werden einige Bilder vom Aufbau gezeigt und der Wortlaut der hinzugefügten Urkunde verlesen. Lieder und Gebete drücken den Dank an Gott aus, dass niemand zu Schaden kam und wir das Kreuz auf dem Kirchturm wieder als sichtbares Zeichen von Gottes Nähe haben, schließt der Text.