Reichster Ort im Altlandkreis

Im Fall von Kothen ist Matthias Elm fasziniert, "zu sehen, wie sich das alles entwickelt hat". Laut Türkensteuerkataster von 1605 war Kothen der reichste Ort im Altlandkreis. "Kothen hat zu fuldischen Zeiten eine herausragende Rolle gespielt", so Elm. Es gab zwar viele kleine Anwesen, doch die Steuern, die gezahlt wurden, lassen Rückschluss auf den Wert der Anwesen zu. "Der Besitz an Ländereien war in Kothen am höchsten", erzählt er. Die Grundbesitze reichten bis auf das Dammersfeld. Kothen hatte zudem eine Schweizerei als Winterquartier für das Vieh vom Dammersfeld. Ein Großteil der Eisengruben und die gesamte Eisenverhüttung für das Stift Fulda lag seit dem 15. Jahrhundert auf Kothener Gemarkung.

Ab 1816 gab es ein bayerisches Forstamt in Kothen. Es war zuständig für ein über 200 Quadratkilometer großes Gebiet von Poppenhausen bis zum Hammelburger Forstgebiet und auch für weite Teile des heutigen Truppenübungsplatzes. Der Bau des Truppenübungsplatzes stellt einen markanten Cut für die Kothener dar. Zwar wurden sie angemessen entschädigt, doch hat der Ort damals viel Land verloren.

Seit mehr als zehn Jahren hat Elm "vorgearbeitet" und bei Recherchen zu anderen Themen in Staats-, Diözesan-, Pfarr- und Gemeindearchiven auch Daten zu Kothen gesammelt. Nun hat er bereits mit seinem Layouter Karl Hahn aus Bad Brückenau die Gestaltung begonnen. Inhaltlich soll es dem Mottener Häuserbuch ähneln. Gegliedert ist es nach den alten Hausnummern, sogar die Wallfahrtskirche auf dem Maria Ehrenberg ist mit Hausnummer 99 dabei. Im Straßenverzeichnis kann man von der heutigen Hausnummer auf die einstige schließen, ein Namensregister ist enthalten, natürlich auch die Hausnamen.