Zwanzig Jahre später lebten sogar 101 Tuchmachermeister in der Gegend. Die Tuchmacher aus Bischofsheim und Umgebung waren in einer Zunft zusammengeschlossen. Die Zünfte regelten die Ausbildung, überwachten die Ausübung des Handwerks und vertraten die Belange ihrer Mitglieder.

Albert berichtet, dass es auch in Weisbach und Oberelsbach Tuchmacher gegeben hat. Im 18. Jahrhundert ging die Zahl der Tuchmacher in der Rhön zurück. Bischofsheim verpasste den Fortschritt, Gerätschaften wurden nicht erneuert und die Verarbeitung nicht verfeinert. Andernorts wurde über den "Böschemer Scharlach" oder "Böschemer Sammt" gespottet. Zudem setzten auch gesetzliche Vorgaben und Zollbestimmungen diesem Handwerk zu. Den Tuchmachern war es verboten, ihre Ware außerhalb des fränkischen Landes zu verkaufen.