Die Ansammlung von 30 Schülern des Bad Brückenauer Franz-Miltenberger-Gymnasiums (FMG), deren Eltern und Lehrer gerät in freudige Bewegung. Nur wenige Minuten später hat sich jeder Deutsche seinen Austauschpartner samt Gepäck schon geschnappt, um ihn wegen des Rhönwetters buchstäblich ins Trockene zu bringen.


Letztes Jahr Besuch in Ancenis

Schließlich kannte man sich ja vom Besuch in Ancenis im Oktober 2015, und zugegebenermaßen nicht zuletzt dank Skype, WhatsApp und Snapchat waren viele Kontakte in der Zwischenzeit nicht abgerissen.

Die folgenden Tage vergingen wie im Zeitraffer. Exkursionen in Bamberg und Würzburg standen auf dem offiziellen Programm. Doch auch das Staatsbad, das Freilandmuseum in Fladungen und das Schwarze Moor wurden in diesem Rahmen erkundet. Dazwischen musste aber auch die Schulbank gedrückt werden.


Ungewohnter FMG-Unterricht

Für die französischen Partner war der Schulunterricht am FMG ziemlich ungewohnt: Die Schule war viel kleiner und vom Ambiente her eher familiär, kürzere Stunden (nur 45 statt doch sehr langen 55 Minuten), weniger Nachmittagsunterricht, kleinere Klassen, zum Teil andere Fächer - diese Liste ließe sich noch fortsetzen.
Es wurden zahlreiche Unterrichtsbesuche in den beteiligten Klassenstufen 9, 10 und 11 gemacht, dazu sollte noch die Projektarbeit über das in Deutschland Erlebte auf den Weg gebracht werden. Einigen Gastschülern entlockte dies jedenfalls ein leises "Ouf!"

Und in den Familien ging das Abenteuer Deutschland am Wochenende sowie an den freien Nachmittagen dann nicht selten weiter. Man wollte dem Gast schließlich etwas bieten. Ob deutsche Küche und schöne Aussicht auf dem Kreuzberg oder der Wasserkuppe, ob Sightseeing und Shopping in Fulda oder Frankfurt, ob Grillen mit Kreuzberglied oder einfach "nur" Mau-Mau zuhause, langweilig wurde es in der Regel wohl kaum.


Sprachbarrieren überwinden

Nein, denn mitunter konnte es sogar "stressig" werden. Ein gewisses Schlafdefizit machte sich schon nach den ersten Tagen auf beiden Seiten bemerkbar. So war die Erfahrung, jemanden rund um die Uhr "turnen" zu dürfen, für viele Teilnehmer unerwartet anstrengend und neu. Dazu mussten noch Sprachbarrieren überwunden werden, damit der Alltag zuhause und in der Schule "irgendwie" lief. Da wurde dann schon mal dem Austauschpartner in letzter Minute hinterhergehechtet, damit dieser nicht in den falschen Bus einstieg, oder aber verzweifelt aufgegeben, wenn sich das Menü in der Schulkantine mit dem Schulvokabular partout nicht auf Französisch übersetzen lassen wollte. Kurzum, es drehte sich wohl bei so manchem Austauschteilnehmer am Abend alles im Kopf. Dennoch wären viele der Franzosen wohl gerne noch ein bisschen länger bei "ihren Deutschen" geblieben - die sie sicher auch gerne behalten hätten ... - was nicht zuletzt das Verdienst der gastgebenden Familien war, die sich mit ihren Kindern in dieses Abenteuer gestürzt hatten.