2018 regte die Forstverwaltung Rupboden erstmalig an, sogenannte Biotopbäume im Stadtwald fördern zu lassen. Die damalige Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) begrüßte das Vorhaben und ließ somit die erste ökologische Fördermaßnahme im städtischen Wald durchführen.

Jetzt lässt die Stadt weitere 30 Bäume fördern, die in den nächsten zwölf Jahren nicht gefällt werden dürfen. Dazu gehören hauptsächlich Laubbäume. "Wirtschaftlich gesehen sind diese Bäume meist nicht mehr rentabel, weil sie bereits Spechthöhlen oder andere Schäden aufweisen", erklärt Birgit Badde von der Forsterverwaltung.

Futter und Nistplätze

Für Insekten, Vögel und bestimmte Fledermausarten hingegen bieten solche alten Bäume gute Wohnbedingungen. In den natürlichen Spalten und Höhlen können sie optimal nisten und Futter suchen.

"Auch wenn die Bäume im Laufe der Jahre absterben und umfallen, dann dürfen sie nicht beseitigt werden", erklärt Joachim Dahmer vom Amt für Ernährung und Landwirtschaft (AEL) die Bedingungen für eine Förderung. Denn auch liegende Biotopbäume fördern die Artenvielfalt und bieten Unterschlupf für verschiedenste Arten.

Meist Laubbäume

Zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) macht klar, dass die Biodiversität auch weiterhin im Stadtwald wichtig ist. "Der Wald ist ein Erholungsort und gehört zu Bad Brückenau dazu", sagt er. Dazu zählt auch und insbesondere der Artenschutz.

Die sogenannten Biotopbäume kann jeder Waldbesitzer fördern lassen. Darauf weist Dahmer vom AEL hin. Nicht nur Laub- sondern auch geeignete Nadelbäume können als solche ausgezeichnet werden.

Im Stadtwald wählte Försterin Birgit Badde passende Bäume aus. Die Untere Naturschutzbehörde prüfte anschließend die Kulisse und die Tauglichkeit des Baumes. "Die Höhe der Förderung ist schließlich abhängig von Baumart und Größe", fügt er hinzu.

265 ha Forstbetriebsfläche bewirtschaftet die Stadt Bad Brückenau.

INFOKASTEN Biotopbäume in Bayern

Was? Sie entsprechen nicht dem landläufigen Idealbild des Waldes, sind oft krumm und schief, haben Fauläste und Spechthöhlen. Aber: Sie sind von enormer ökologischer Bedeutung. Diese Bäume werden nicht mehr wirtschaftlich genutzt, dürfen eines natürlichen Todes sterben.

Wie? Dann kommen sie in die Zerfallsphase, in der sie besonders interessant sind für die Artenvielfalt in Wäldern. Sie sind Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze, sie sind Nahrungsquelle für beispielsweise Larven und haben eine ganz zentrale Bedeutung für die Biodiversität in Wäldern. Die Artenvielfalt braucht gerade diese scheinbar unattraktiven, ungepflegten Exemplare, einen "unaufgeräumten" Wald mit viel Totholz und Biotopbäumen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Land und Forstwirtschaft