Sie waren Lehrer, Ladenbesitzer und waren fester Teil des Bad Brückenauer Stadtlebens. Menschen jüdischen Glaubens degradierten die Nazis zunächst zu Nummern, am Ende blieb nur Asche. Der Arbeitskreis Stolpersteine will den Bad Brückenauer Toten des Holocausts ihre Identitäten und Namen zurückgeben und auf ihre Schicksale verweisen. Am 19. Juli verlegt der Künstler Gunter Demnig dafür zum dritten Mal Stolpersteine in der Stadt. Der Verlegung wird der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, beiwohnen, dessen Wurzeln in Bad Brückenau liegen.

Bad Brückenau: Kurstadt hatte reiches jüdisches Leben

"Wir verlegen dieses Mal sieben Stolpersteine", sagt Dirk Hönerlage, vom Arbeitskreis. Die Kleinstadt Bad Brückenau habe damals ein reiches jüdisches Leben gehabt. "Wir haben hier etwa 40 bis 50 Schicksale", ergänzt Jan Marberg, städtischer Kulturbüroleiter und ebenfalls Teil der Arbeitsgruppe.

Arbeitskreis Stolpersteine: Bewegender Fund im Schularchiv

Einer der Toten aus Bad Brückenau, derer bei der diesjährigen Verlegung gedacht wird, ist Ludwig Goldschmidt. "Von ihm haben wir das Übertrittszeugnis im Schularchiv gefunden", sagt Hönerlage. Das jetzige Franz-Miltenberger Gymnasium hat der Junge nie besucht.