Ein besonderes Bild: An einem Samstagmorgen herrscht quirliges Treiben im Franz-Miltenberger-Gymnasium. Die Schüler der Oberstufe lauschen dreißig bislang unbekannten Lehrenden gespannt, machen sich Notizen, stellen Nachfragen, wollen Zusammenhänge erfassen. Diese "Lehrenden" sind ehemalige Absolventen des Gymnasiums, heute als Ingenieure, Ärzte, Banker und anderes mehr tätig. Sie hatten sich bereit erklärt hatten, der nächsten und übernächsten Generation Einblick in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen - Informationen aus erster Hand zu vermitteln, damit die jetzigen Schüler Impulse für die eigene Berufs- und Studienwahl erhalten.

Dabei scheuten die Gäste auch keine langen Anfahrtswege: Insgesamt legten sie etwa 10.000 Kilometer für diese Veranstaltung zurück. "Unsere Schüler wissen sehr wohl zu schätzen, welchen Einsatz die Berufstätigen an ihrem freien Wochenende extra für sie erbringen", so Peter Gottwalt, Oberstufenkoordinator und einer der Organisatoren dieser Berufsberatung durch Ehemalige.

Die Vielfalt an Wissen und Lebenserfahrung, die sich generationenübergreifend hier verband, und das offensichtliche Vergnügen, mit dem die Ex-Pennäler in ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrten, sich dort mit Schülern und ehemaligen Lehrern austauschten, hatte etwas von einem "Familientreffen" und füllte den häufig strapazierten Begriff der Schulfamilie mit Leben, wie Dirk Hönerlage, ebenfalls mit der Vorbereitung der Veranstaltung betraut, zufrieden feststellte. "Damit", so der stellvertretende Schulleiter augenzwinkernd zu einem der Referenten, der als Philosophiedozent an einer Universität tätig ist, "wird Aristoteles‘ Erkenntnis am Franz-Miltenberger-Gymnasium bestätigt, dass das Ganze tatsächlich mehr als die Summe seiner Einzelteile ist."