32 000 Eichen, so viele hat der Staatsforstbetrieb Bad Brückenau seit Oktober 2020 zur Bewältigung des Klimawandels gesät. In ganz Unterfranken waren es fast 400 000 Klimawald-Bäume, die dafür sorgen sollen, dass die Auswirkungen des Klimawandels abgefedert werden. Das teilte Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, bei einem Besuch des Forstbetriebs in Bad Brückenau mit.

Eine Million Bäume mehr

Die Bayerischen Staatsforsten pflanzen mit den zusätzlichen neuen Klimawald-Bäumen insgesamt rund sechs Millionen junge Bäume jährlich für den Zukunftswald von morgen - also eine Million Bäume mehr pro Jahr als in ihrem standardmäßig laufenden Waldumbauprogramm. So heißt es in der Presseerklärung der Bayerischen Staatsforsten. Bis Ende 2024 sollen so insgesamt 30 Millionen neue Bäume im Staatswald gepflanzt werden. Ziel der zusätzlichen Klimawald-Pflanzungen ist es, den Umbau der bayerischen Wälder im Zuge des immer schneller voranschreitenden Klimawandels hin zu klimatoleranten und stabilen Mischwäldern zu beschleunigen. Für die nächste Herbst- und Frühjahrs-Pflanzsaison planen die Staatsförsterinnen und -förster aktuell mit 1,2 Millionen zusätzlichen Klimawald-Bäumen in ganz Bayern.

Mehr als 80 Prozent der neuen Bäumchen, die in Unterfranken gepflanzt oder gesät wurden, waren Eichen. "Ausschlaggebend für den hohen Eichen-Anteil war eine starke Eichenmast im vergangenen Jahr", so Martin Neumeyer. Aber auch Douglasien, Tannen, Buchen sowie seltenere Baumarten wie Kirschen wurden im letzten Herbst und Frühjahr verstärkt ausgebracht. "Wir wollen mindestens vier Baumarten auf einer Fläche, um die Vielfalt in den bayerischen Staatswäldern auch für die künftigen Generationen zu erhalten", so Neumeyer weiter.

Aufgrund der neuen Klimawaldkulturen und der zum Teil sehr günstigen Naturverjüngungssituation können die Bayerischen Staatsforsten bayernweit zu den bisherigen 7.000 Hektar Waldumbaufläche pro Jahr zusätzlich weitere 1.000 Hektar pro Jahr zu klimastabilen Mischwäldern umbauen. Das Ziel der Bayerischen Staatsforsten ist, diesen Umbau schneller als bisher geplant abzuschließen: Bis 2030 soll im Bayerischen Staatswald der Waldumbau geschafft sein; mehr als die Hälfte ist bereits erreicht. Jetzt müssen die Staatsforsten in den kommenden Jahren mit Hochdruck noch ca. 85.000 Hektar schaffen. "Dabei hilft uns das Klimawald-Programm von Ministerpräsident Söder und Forstministerin Kaniber sehr", so der Vorstandsvorsitzende weiter.