Darauf hatten sie lange hingefiebert, jetzt war es endlich so weit. Alle 33 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs konnten nach erfolgreich abgelegter Abiturprüfung am Franz-Miltenberger-Gymnasium in Bad Brückenau ihre Zeugnisse entgegennehmen. Damit beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die jungen Erwachsenen.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete der traditionelle ökumenische Gottesdienst. Pfarrer Kirchner und Diakon Sell sorgten für einen ersten Höhepunkt, als zu Musikbegleitung der Segen über die Abiturienten gesprochen wurde: Umgeben von ihren Lehrkräften und Angehörigen erlebten die jungen Erwachsenen einen intensiven emotionalen Augenblick, in dem sich "Himmel und Erde berührten".

Zukunftsvisionen mit virtuellen Fahrten

Die sich anschließende Zeugnisverleihung eröffneten die Abiturientinnen Emmeli Appel und Vanessa Winterfeld mit einem stimmungsvollen Liedvortrag.

Schulleiter Dr. Stefan Bub würdigte in seiner humorvollen Begrüßungsrede das Engagement der Absolventen in "bewegten Zeiten". Er lenkte den Blick auf Veränderungen durch die digitale Revolution, auch im schulischen Bereich: Ob aus Kostengründen irgendwann virtuelle Abiturfahrten mit VR-Brille das tatsächliche Verreisen und das unmittelbare Erleben ersetzen würden? Das wünschte er den Abiturienten nicht, sondern "Sinn für Unmittelbarkeit, Welterfahrung und Begeisterungsfähigkeit" als "freie und gesellige Menschen".

Zeugnis zum Lieblingslied

Und schon war er da, der große Moment: Unter den Klängen ihres jeweiligen Lieblingslieds holten sich die erkennbar bewegten Abiturientinnen und Abiturienten auf der Bühne ihre Zeugnisse ab. Im Anschluss daran würdigte der stellvertretende Schulleiter Martin Steinel diejenigen, die sich durch besonderen Einsatz und sehr anerkennenswerte Leistungen ausgezeichnet haben.

Über das Traumergebnis von 1,0 kann sich Tabea Kolb freuen, es folgen Lara Fischer und Paula Hornung mit einem Schnitt von 1,4 sowie Alexander Behling und Nina Heller mit 1,5 und Julia Schmitt mit 1,6. Für sein langjähriges herausragendes Engagement in vielen Bereichen wurde Schülersprecher Marlon Benkert geehrt.

Glückwünsche sprach die stellvertretende Landrätin Brigitte Meyerdierks auch im Namen des Landrats aus, nachdem sie die Absolventen als "so attraktiv und so gescheit" gelobt hatte: Balsam für die Seele der jungen Erwachsenen in Abendkleid und Anzug. Ferner gab sie ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Abiturienten ihre erworbenen Kompetenzen - nach einem Ausflug in die weite Welt - irgendwann wieder in ihrer Heimatregion einsetzen.

Charme und Schalk

Dieser Aufforderung schloss sich Stefan Richter, erster Vorsitzender des Schulvereins, an: "Vergesst eure Herkunft nicht! Wir brauchen euch, eure Qualifikation und euer Engagement." In diesem Zusammenhang hob er die besondere Bedeutung des Gymnasiums als Standortfaktor für Bad Brückenau hervor.

Jochen Vogel, 1. Bürgermeister der Stadt, freute sich über das erfolgreiche Bestehen der Abiturienten, deren "Charme und Schalk" bei der Zeugnisentgegennahme zu erkennen gewesen sei. Er wünschte ihnen, dass sie auch ihre weiteren selbstgesteckten Ziele erreichen, und gab ihnen als Rat eine Aussage des Apple-Gründers Steve Jobs mit auf den Weg: "Bleibt neugierig und bleibt ein bisschen verrückt!"

Verrückte und kuriose Studiengänge wiederum stellten die Vertreterinnen und Vertreter des Elternbeirats den Abiturienten für den Fall vor, dass nach den Prüfungen ein "tiefes Loch" drohe. Außerdem gab es ein mit elterlicher Fürsorge gepacktes Survivalpaket für jeden Absolventen, sozusagen der letzte mitgegebene Pausensnack.

Zum Abschied ein leises Servus

Pointenreich ging die Veranstaltung weiter mit der Abiturrede von Anne Jäger, Marlon Benkert und Luca Klawitter: Die anfängliche Illusion, die Abiturredner seien verspätet und hätten auf der Toilette ihre Ansteckmikrofone laufen, sorgte für Schmunzeln. Mit einem kabarettistischen Rückblick auf Höhepunkte der Schuljahre seit der fünften Klasse sagten die drei "zum Abschied leise Servus" und zitierten so die Betreffzeile der letzten Mail, die ihnen ihr krankheitsbedingt abwesender Oberstufenbetreuer Peter Gottwalt geschickt hatte.

Ein Lied des Chors aller Abiturientinnen und Abiturienten rundete die Veranstaltung ab. Danach wurde gefeiert: Ein Sektempfang und der Abiturball krönten das große Finale der Schulzeit, das sicher allen in Erinnerung bleiben wird.

Abiturienten 2022 Alle 33 Prüflinge haben bestanden: Emmeli Appel (Bad Brückenau), Alexander Behling (Sinntal), Marlon Benkert  (Wildflecken), Lena Brand  (Schondra), Philipp Brust (Oberleichtersbach), Sarah Brust (Bad Brückenau), Lara Fischer (Schondra), Sophie Frank (Wildflecken), Nina Heller (Oberleichtersbach), Tim Hohmann (Bad Brückenau), Paula Hornung (Schondra), Anne Jäger (Bad Brückenau), Marie Julius (Bad Brückenau), Luca Klawitter (Oberleichtersbach), Tabea Kolb (Wildflecken), Liam Küntzel (Bad Brückenau), Virginia Leitsch (Motten), Sofia Omelschenko (Bad Brückenau), Danny Reith (Zeitlofs), Mara Schäfer (Motten), Julia Schmitt (Oberleichtersbach), Ben Schumm und Eva Schumm (beide Riedenberg), Jessica Sorgin, Raphael Spahn, Kilian Stahl, Leopold Stöhr ( alle Bad Brückenau), Kilian Strebl (Zeitlofs), Christina Stretz(Bad Brückenau), Luca Waltinger (Zeitlofs), Vanessa Winterfeld   , Nicolas Wrobel, Martin Yordanov (alle Bad Brückenau) red