Schon in der Schule war Rainer Betz top. Zumindest, was das Kreieren von Mosaiken aus bunten Scherben betrifft. "Mit 14 hatte ich die beste Arbeit", sagt der 80-Jährige, der in Unterleichtersbach wohnt, schon etwas stolz.

Während der zweiten Coronawelle, als das öffentliche Leben erneut zum Erliegen kam und die Abende lang wurden, besann sich Betz auf seine künstlerische Ader. Und schuf insgesamt zehn Mosaike. "Ich bin nicht so der Fernsehtyp und gehe auch nicht immer auf die Jagd." Für ein kleines Kunstwerk brauchte der ehemalige Forstmann eine Woche, setzte sich pro Abend circa zwei bis drei Stunden ans Werk.

Als Material nutzte er Abfälle von Fliesenfirmen aus der Umgebung. Die Fliesen und Kacheln brach er sich mit dem Hammer zurecht und zerkleinerte sie nochmal mit einer großen Zange. Für Feinheiten kam dann das Schmirgelpapier zum Einsatz. Vor allem das Kleben der Keramikscherben barg gewisse Risiken, erinnert sich der Mann, der an diesem Samstag Geburtstag feiert. "Wenn es einmal geklebt ist, kannst du es nicht mehr ändern."

Wählerisch bei den Farben durfte der Hobbykünstler nicht sein "Ich musste nehmen, was da war." Dennoch: Die Mosaike, die jetzt im Gästezimmer stehen oder hängen, sind schön geworden.

Vor allem heimische Tiere als Motive

Rainer Betz schaut Jana an. Und Jana ihn. Die Jagdhündin (Berner Niederlaufhund) stand Modell für das erste Mosaik der aktuellen Serie des 80-Jährigen. Beim Unterleichtersbacher dominieren aber auch sonst heimische Tiermotive. Genauer gesagt: Waldtiere. Fuchs, Auerhahn, Keiler und Bache hat er verewigt, "alles das, was ich jahrelang im Wald gesehen habe".

Verwunderlich ist das nicht, betreute Betz doch als Forstamtsrat das Forstrevier Unterleichtersbach im nördlichen Neuwirtshauser Forst. Noch heute gibt er Unterricht an der Jagdschule in Schweinfurt. Ein Mosaik zeigt ihn selbst - mit Gewehr, Jagdhorn, Hund und erlegtem Hirsch. Ein anders Motiv, ein Mufflon, erinnert ihn an ein Jagderlebnis. Das Tier, das als Mosaik-Relief wieder auflebt, hat Betz selbst bei Wildflecken geschossen.

In seinem Haus finden sich weitere Stücke: Trophäen wie Hirschgeweihe, aber auch Kohlezeichnungen von Tieren. Sie werden Rainer Betz immer an sein langes Förster- und Jägerleben erinnern. Weitere kommen wohl hinzu. Der 80-Jährige will noch einen Schnepfenstrich und einen Schwarzspecht im Mosaik abbilden. "Ich möchte in die Vogelwelt einsteigen; vor der Försterei habe ich mich viel damit befasst." Gelegenheit dazu würde bestehen: Der Lockdown dauert ja noch an.