Wir produzieren es alle jeden Tag und haben meist nur eine vage Ahnung, wohin es verschwindet: das Abwasser. Der Abwasserzweckverband Aschach-Saale hat sich in seiner Satzung das Ziel gesetzt, "die wirksamste und wirtschaftlichste Abwasserbeseitigung im Verbandsgebiet" zu ermöglichen. Mitglieder sind die Märkte Bad Bocklet und Burkardroth. Das Gremium setzt sich aus einzelnen Gemeinderäten beider Ortschaften zusammen.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die konstituierende Sitzung der Verbandsversammlung erst am Montagabend im Großen Kursaal der Wandelhalle in Bad Bocklet stattfinden. Damit endete auch die Amtszeit des Vorsitzenden Waldemar Bug, ehemaliger Bürgermeister des Marktes Burkardroth. Er bedankte sich für die geleistete Arbeit.

Bug nannte Aufgaben des Zweckverbandes, die in der Zukunft anfallen. Die Kläranlage in Premich bedürfe eine Sanierung. "Erste Schritte sind eingeleitet." Die Entsorgung von Klärschlamm sei nicht einfach. "Bisher wird ein Teil über die Landwirtschaft entsorgt." Aber ob das in Zukunft möglich sei, dahinter stehe ein Fragezeichen. Kritisch hinterfragte Bug die Verbrennung von Klärschlamm. "Es sind in Zukunft keine einfachen Entscheidungen zu treffen."

Kein Gegenkandidat

In der Sitzung wählten die Verbandsräte Andreas Sandwall, Bürgermeister von Bad Bocklet, einstimmig als Verbandsvorsitzenden. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Sandwall bedankte sich für das Vertrauen.

Er sei stolz, den Verband in Zukunft zu führen.Der gelernte Forstwirt hat sich mit Wassertechnik befasst und eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Umweltschutztechniker. Seit Mai 2020 ist Sandwall außerdem neuer stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Rhön-Maintal-Gruppe.

Alle sechs Jahre Wechsel

Beim Zweckverband hat es sich etabliert, dass im sechs Jahresrhythmus die Besetzung des Verbandsvorsitzenden zwischen Bad Bocklet und Burkardroth hin- und her wechselt. Üblich ist es auch, dass der Stellvertreter von der jeweilig anderen Kommune stammt.

Daniel Wehner, Burkardroths 1. Bürgermeister, wählten die Stimmberechtigten einstimmig als Stellvertreter. Außerdem bildete das Gremium einen Prüfungsausschuss, bestehend aus Helmut Wischang (Vorsitzender), Florian Eickhoff, Uto-Paul Schmitt und Tony May.

Anschließend stellte Heiko Schuhmann, Geschäftsführer und Kämmerer im Rathaus Burkardroth, die neue Fassung der Verbandssatzung vor.

Neue Ortsteile angeschlossen

Das Verbandsgebiet umfasste bisher Aschach, Bad Bocklet, Großenbrach, Hohn, Roth und Steinach (Markt Bad Bocklet), Burkardroth, Frauenroth, Stangenroth, Stralsbach, Wollbach und Zahlbach (Markt Burkardroth). Die Burkardröther Ortsteile Katzenbach, Lauter und Waldfenster schlossen Mitarbeiter am 9. Mai 2019 an die Verbandskläranlage an. Die Orte sind nun neu in die Verbandssatzung aufgenommen, und ein Umlageschlüssel wurde festgelegt.

Höherer Verfügungsrahmen

Außerdem erhielt der Verbandsvorsitzende größere Befugnisse: Er darf ab jetzt die saisonale Klärschlammentsorgung bis zu einem Auftragsvolumen von 50 000 Euro in Auftrag geben. Zuvor waren es 40 000 Euro.

Außerdem kann die Verwaltung für den Zweckverband Ausgaben in Höhe von 20 000 Euro tätigen, ohne vorher eine Verbandsversammlung einzuberufen. "Das Gremium wird transparent über die Ausgaben informiert", sagt Sandwall.

Wenn eine Pumpe ausfalle, müsste diese schnell ausgetauscht werden. Da sei man schnell über die bisher geltenden 5 000 Euro hinaus. Die Erhöhung auf 20 000 Euro sorge dafür, dass die Verwaltung flexibler und pragmatischer reagieren könne.