Sie wussten sich zu helfen: Die drei Organisatoren Raphael Langer, Florian Grom und Marcel Dünisch haben ihre geplante Azubi-Messe kurzerhand zu einer Online-Messe gemacht. Ab Mitte November soll der Online-Auftritt starten.

Die drei sind im Jugendverein Bad Bocklet, der bereits zwei Azubi-Messen veranstaltet hat. Bei der vergangenen im Januar kamen rund 500 Interessierte in den Bad Bockleter Kursaal. Dort lernten die Jugendlichen Arbeitgeber aus der Region kennen und redeten über Ausbildungs- oder Praktikumsplätze.

Nach langer Überlegung abgesagt

Es war ein Erfolg: "Bereits im letzten Jahr wurde zusätzlich der Lesesaal für Aussteller genutzt, da die Anzahl der Aussteller größer war als die der bisher geplanten Plätze", sagt Raphael Langer. Die Veranstalter hatten vor, auch eine dritte Azubi-Messe zu organisieren.

Wegen der jetzigen Lage war das jedoch nicht möglich. "Wir haben uns nach langer Überlegung dazu entschieden, dass es eine Art Online-Messe geben wird", so Langer weiter. "Auch für uns war das keine einfache Entscheidung, dass wir diese Messe absagen müssen", ergänzt Dünisch.

Eine Art Stellenbörse

Lange machten sie sich über die Ausgestaltung Gedanken. Soll es einen Livestream geben? Der wäre jedoch an ein bestimmtes Datum gebunden. Ein weiterer Gedanke war, dass die Firmen Videos hochladen, in denen sie sich vorstellen. Doch das ist aufwendig. "Da wären vielleicht aber nur die größeren Unternehmen mit dabei gewesen", sagt Langer.

Die Wahl fiel auf eine Art Stellenbörse: Die Unternehmen haben die Möglichkeit, sich schriftlich zu präsentieren und ihre Ausbildungsberufe, Praktikumsstellen oder die angebotenen dualen Studiengänge vorzustellen. Die Anbieter sind hauptsächlich aus Bad Kissingen, manche sind aus Bad Neustadt oder Schweinfurt. Die Besucher haben auf der Website zudem die Möglichkeit, nach Unternehmen zu filtern oder nach einem bestimmten Beruf zu suchen.

Selbst in die Hand genommen

Hilfe von außen brauchte es für den Online-Auftritt nicht: "Die Seite habe ich selbst gemacht. Ich bin Fachinformatiker", sagt Langer. Zwar gleiche das nicht einem Programmierer, jedoch reichten seine Hobby-Kenntnisse aus, um das Projekt in Angriff zu nehmen. "Es sind schon ein paar Stunden dafür ins Land gegangen", gibt er zu.

Mitte November soll die Website online gehen. Derweil kümmern sich die Organisatoren um die Werbung. "Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Teilnehmergebühren so gering wie möglich zu halten und diese Gebühr eins zu eins für Marketingmaßnahmen zu verwenden", sagt Florian Grom. Den Organisatoren geht es primär darum, Ausbildungsstellen zu vermitteln und Kontakte zwischen den Jugendlichen und den regionalen Unternehmen aufzubauen.

Die Organisatoren hoffen, so einen Teil zur richtigen Berufswahl beitragen können. Ihre Motivation beschreibt Langer: "Die Jugendlichen sind derzeit die Leidtragenden. Ihnen werden Ausbildungen oder Praktika abgesagt."

Ab Mitte November ist die Plattform über die Seite www.azubimesse-bb.de zu finden.

Interessierte Unternehmen können den Veranstaltern noch eine Mail an info@azubimesse-bb.de schreiben, um sich vorzustellen.