Das "Regena Gesundheitsressort" hat seit 17 Jahren echte Experten für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Die in China geborenen Ärzte Naixin Wu (56) und Muhan Huang (50) sind für das Naturheilverfahren aus Fernost zuständig. "TCM behandelt nicht die Symptome, sondern die Ursache", nennt Wu den großen Unterschied zwischen chinesischer und westlicher Medizin. Und er muss es wissen: Er hat beides studiert.
TCM kommt bei modernen Alltagsproblemen wie Stress, Rückenschmerzen, Migräne, Allergien oder Übergewicht zum Einsatz. "Die traditionelle chinesische und die westliche Medizin ergänzen sich gegenseitig", sind sich Naixin Wu und seine Frau Muhan Huang einig. "TCM als Naturheilverfahren beruht allerdings weniger auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, als vielmehr auf jahrtausendelanger Beobachtung und Erfahrung", erläutert Wu. Das erschwere es den Deutschen, diese Gesundheitslehre zu verstehen.
Westliche Mediziner therapieren laut Wu meist eine konkrete Krankheit und konzentrieren sich auf erkrankte oder verletzte Organe. Chinesische Ärzte hingegen sähen immer den Körper als Ganzes und seien deshalb stark um die innere Harmonie ihrer Patienten bemüht. Die westliche Schulmedizin sei besser für akute Fälle geeignet, während die Stärke der chinesischen Heilkunst in der vorbeugenden Behandlung liege, betont Huang. "Allerdings ist Traditionelle Chinesische Medizin keine Zauberei", ergänzt Wu.
Die ganzheitliche Diagnose ist immer individuell: "Wenn fünf Menschen mit Bauchschmerzen zu Dr. Wu kommen, sieht er fünf verschiedene Patienten mit fünf verschiedenen Krankheitsursachen", sagt Regena-Direktor Joachim Hunger. Auf die Diagnose folgt ein persönlicher Behandlungsplan mit Akkupunkturanwendungen, Tuina-Massagen, Qi-Gong und Tai Chi Übungen oder pflanzliche Medikamente aus der hauseigenen Heilkräuter-Apotheke.
"Ich bin froh, dass sich das Regena dieses Profil erarbeitet hat", sagt Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). "Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal", weiß sie aus persönlichen Gesprächen mit treuen Stammgästen. Und: "Die Chinesische Medizin ergänzt sich wunderbar mit unserer Ausrichtung auf Naturheilverfahren, Wasser und Natur."
Naixin Wu hatte schon viele Patienten, denen die Schulmedizin nicht weiter helfen konnte: So litt ein Mann nach einer Chemotherapie unter Schluckauf: rund um die Uhr, jeden Tag, neun Jahre lang. Mit Akkupunktur und der "Zhou Lin Energietherapie" war der Schluckauf nach einer Woche geheilt. "Energieblockaden im Körper wurden gelöst und die innere Balance wiederhergestellt", erklärt Wu.
Aber es gibt auch ganz einfache Regeln: "Jeden Morgen nach dem Aufstehen das Fenster öffnen und 20 Minuten einfach nur Atmen", lautet ein Ratschlag. Das helfe gegen Stress und sei gut für die Gesundheit. Wu selbst ist das beste Beispiel: In seinen 17 Jahren im Regena war er noch nie krankgeschrieben.

Dass das Motto "Rückzug - Ruhe - Regeneration" und der ganzheitliche Gesundheitsansatz gut ankommen, belegen die Belegungszahlen und Hotelbewertungen des "Regena-Gesundheitsressorts". Das Gesundheitshotel steuerte 2011 rund 23 500 Übernachtungen zur Gäste-Statistik der Stadt (Bericht unten) bei. "Wir hatten einen sensationellen Start ins erste Quartal", sagt Direktor Joachim Hunger. Momentan seien zwischen 100 und 110 Gäste untergebracht, das Haus ist also nahezu voll belegt.
Und die Aussichten bleiben gut: Das Regena habe zu rund 75 Prozent Stammkunden, die schon vor der Abreise den nächsten Aufenthalt buchen. Mit Angebotsaktionen schaffe es das Gesundheitsressort zudem, über das ganze Jahr verteilt konstante Übernachtungszahlen zu erzielen. "Ein Gast, der kommt, wird zum Stammgast", sagt Hunger selbstbewusst. "Die Leute fühlen sich einfach wohl." Das liege an der speziellen Atmosphäre, die das Ressort vermittelt. Sowohl der Umgang der Angestellten untereinander, als auch der zu den Patienten sei "immer respektvoll und authentisch". Das sorge "für eine schöne Stimmung", sagt Hunger.
"Masse ist out", nennt der langjährige Regena-Direktor ein weitereres Erfolgsgeheimnis. Stattdessen setzt das Regena auf individuelle Angebote: "Es ist nicht wichtig, wie alt ich werde, sondern wie ich alt werde", beobachtet Hunger einen Bewusstseinswandel bei seinen Gästen. Die Menschen achten heute laut Hunger mehr auf ihre Gesundheit und seien bereit, mehr Zeit und Geld zu investieren. Und: Der Trend gehe in Richtung Vorbeugung. Dazu passe etwa das "Time-Out"-Konzept des Ressorts: Wer von Burn-Out bedroht ist, kann sich in der ruhigen Abgeschiedenheit der fränkischen Rhön eine Auszeit nehmen und die leeren Akkus wieder aufladen. Immer mehr Unternehmen würde dieses Angebot sogar als Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung nutzen.
Die Lage in der Rhön hält der Geschäftsführer für entscheidend: "Wir dürfen nirgendwo anders sein." Bad Brückenau sei "im positivsten Sinne der passendste Ort", um sich von der Welt zurückzuziehen und zu erholen. "Die wunderschöne Natur, die gute Luft, die hohe Wasserqualität und die fränkische Seele" seien sehr zu empfehlen, sagt Hunger. Dass der Erfolg nicht von ungefähr kommt, zeigen die gute Kritiken im unabhängigen Wellnesshotelführer "RELAX Guide". In der aktuellen Ausgabe ist das Regena Gesundheitsressort wieder bayerischer Spitzenreiter im Bereich Gesundheit.

Muhan Huang (50) wurde 1962 in Hefei in der Anhui Provinz rund 500 Kilometer westlich von Shanghai geboren. An der Medizinischen Hochschule Nanjing studierte sie Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). 1991 zog sie nach Deutschland um, 1995 promovierte sie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Nach der Elternzeit begann sie 2000 als Ärztin für TCM beim Regena Gessundheitsressort & Spa in Bad Brückenau.

Naixin Wu (56) wurde 1956 in Nanjing in der Jiangsu Provinz rund 300 Kilometer westlich von Shanghai geboren. Nach dem Studium der Traditionellen Chinesischen und westlichen Medizin an der Medizinischen Hochschule Nanjing zog er 1989 nach Deutschland, studierte zunächst in Trier und promovierte dann in Hannover. Seit 1995 ist Dr. Naixin Wu im Regena Gessundheitsressort & Spa für TCM zuständig.

Geschichte Das "Regena Gesundheitsressort" wurde 1973 als "Regena-Sanatorium" gegründet. Rund 150 Kommanditisten investierten damals mit staatlicher Unterstützung rund 20 Millionen D-Mark im Zonen-Randgebiet. Heute beschäftigt die Einrichtung rund 100 Mitarbeiter, die bei voller Belegung für maximal 120 Gäste sorgen.

Statistik Die Aufenthaltsdauer der Gäste variiert von zwei Tagen bis zu drei Wochen und liegt laut Direktor Joachim Hunger im Schnitt bei gut elf Tagen. 2011 wurden rund 23 500 Übernachtungen gezählt. Das sind im Schnitt 452 Übernachtungen pro Woche oder rund 64 pro Tag.

Indikationen Das Sanatorium startete in den 1970er Jahren mit einer Serum-Therapie und arbeitete eng mit dem Kurmittelhaus zusammen. Nach und nach traten die Innere Medizin und Naturheilverfahren in den Mittelpunkt, wichtiger Meilenstein war der Bau einer eigenen Therme im Jahr 2000. Seit Dezember verfügt das Regena über einen neuen Heilsalzstollen: neben Soleaußenbecken und Saline ein Angebot für Menschen mit chronischen Atemwegsproblemen.