Plopp! - nur einen Luftstoß benötigt Yasmin Candir, um den nadeldünnen Pfeil abzufeuern. Ohne dass das bloße Auge seiner Flugbahn folgen kann, saust er ins Ziel. Die Probe-Schützin aus Platz und Renate Voll, die Frau des Gausportleiters, führten kürzlich vor, wie Blasrohrschießen funktioniert: den Pfeil hinten ins Rohr aus Carbonstahl einführen, mit leichtem Druck aufs Pfeilende aus Plastik die eingebaute Schlucksperre überwinden. Und wenn der Pfeil im Lauf liegt, mit beiden Augen über die Spitze des rund 1,6 Meter langen Rohr das Ziel anpeilen - dann kurz, aber kräftig pusten.

Gausportleiter Burkhard Voll hat das Blasrohrschießen von bayerischen und deutschen Meisterschaften mitgebracht. Dort gehört es zum Rahmenprogramm der Wettkämpfe. "Der Schützengau Rhön-Saale soll ja auf dem neuesten Stand bleiben. Deswegen wollte ich dieses Angebot an die Schützen weitergeben." Die dahintersteckende Idee des 59-Jährigen: Er möchte über den offenen Blasrohr-Wettbewerb junge Menschen für den Schießsport begeistern. "Vielleicht kann ich die jungen Leute später an das Luftdruckschießen heranführen", spekuliert Voll.

Auf dem Blasrohr-Parcours am Schützenhaus in Reiterswiesen klappte es am Wochenende schon mal ziemlich gut. Die 29 Interessierten probierten sich an insgesamt zehn verschiedenen Anlaufpunkten mit aufgemalten Tieren als Ziele aus, teilt der Gausportleiter mit. Pro Station schossen sie mit fünf Pfeilen, also insgesamt mit 50. Die Größe der Ziele und die Distanz dazu variierten; mehr als 15 Meter entfernt standen die Teilnehmer, die in fünf Altersklassen eingeteilt waren, aber nicht. Fürs Zählern, Auswerten und Aufschreiben der Treffer waren die Schützen innerhalb ihrer Gruppe selbst verantwortlich.