Die Schifffahrt auf der Saale geht zurück bis ins Jahr 1877. Die "Kissingen" und "Saline" sind seit 1924 ein fester Bestandteil des Stadtbildes - bis heute. Nach großer Hitze, fehlendem Regen und Problemen mit den Bibern in den Sommern 2018 und 2019, hofften die Betreiber in den Folgejahren auf schönes Wetter, ausreichend Wasser unter dem Kiel und viele Touristen. Aber auch das blieb Wunschdenken. Seit Pandemiebeginn im Jahr 2020 sitzen die Boote nun auf dem Trockenen. Passend zum Frühlingsbeginn und mit Lockerungen der Corona - Auflagen hoffen viele Touristen auf einen diesjährigen Start der beiden Dampferle.

Klar ist: "Die Boote sollen auf jeden Fall wieder fahren", macht der Inhaber der Saaleschifffahrts GmbH Helmut Fischer deutlich. Aber auch heuer hat der Betreiber wieder mit mehr als nur einem Problem zu kämpfen. "Die Coronalage ist nach wie vor ein großer Unsicherheitsfaktor", beschreibt er die Situation. Noch hinzu kommt ein Personalnotstand für diese Saison. Die Bootsmannschaft hat sich, aufgrund der unsicheren Lage, bereits anderweitig Arbeit gesucht - zumindest heuer. Besser sieht die Personalsituation im nächsten Jahr aus. Zwei der drei Mitarbeiter wären auf jeden Fall wieder mit dabei.

Des Weiteren stehen noch Instandsetzungen der beiden Dampferle an. Nach einer Prüfung durch die Schifffahrtsuntersuchungskommission ist sicher: "Es müssen einige Nachbesserungen getätigt werden, die sind aber machbar", so Fischer. Neben mehreren Ausbesserungen im Innenbereich, müssen auch die Rümpfe der beiden Boote repariert werden. "Dieses Jahr werden wir brauchen, um die Boote Instand zu setzen", stellt der Eigentümer fest. Hilfe bekommt er dabei unter anderem von seinen Mitarbeitern. Trotz anderweitiger Jobs haben sie ihm ihre Unterstützung angeboten, erklärt der Tierarzt. Als Folge bleiben die beiden Dampferle heuer im Trockenen.

Aber: Alles steht und fällt mit den finanziellen Mitteln, die dem Betreiber zur Verfügung stehen werden. "In den zwei Jahre Pandemie fand kein Betrieb statt, dadurch fehlen jegliche Rücklagen für die Instandsetzung der Boote", merkt Fischer an. Finanzielle Unterstützung erhofft er sich nun von der Stadt. Die Entscheidung dort soll bis spätestens Ende März fallen. "Wenn die Stadt uns nicht unterstützt, wird es eng", verdeutlicht der Betreiber.

Auch der Ukraine - Krieg zieht nicht spurlos an der Saaleschifffahrts GmbH vorbei. Viele Besucher der Boote sind Ukrainer oder Russen. Die fallen, aufgrund der aktuellen Situation, komplett weg. Und: Die durch den Krieg verursachten Steigungen der Materialpreise, wirken sich auf die Kosten für die Instandsetzung aus. Nicht zu vergessen sind die hohen Spritpreise. Der Fahrbetrieb der beiden Schiffe würde sich dadurch stark verteuern.

"Wenn es einen Fortbestand geben sollte, dann lassen wir die Schiffe nächstes Jahr wieder zu Wasser", ist Fischer optimistisch. Vor Inbetriebnahme der Dampferle stehen dann allerdings noch Instandsetzungen des Außenbereichs und der Landestege, sowie eine Prüfung der Fahrrinne durch das Wasserwirtschaftsamt aus.