Ein Ende des Provisoriums ist in Sicht, die Arbeiten an der viel befahrenen Bundesstraße 287 zwischen Bad Kissingen und dem "Waldschlösschen" gehen - endlich - weiter. "Am 18. Juni wollen wir Asphalt machen", sagte dazu auf Anfrage Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Er nannte das Vorhaben eine technische Herausforderung.
Die Behörde setzt hier auf die Bauweise mit dem Fachausdruck DSH-V. Das steht für Dünne Schichten im Heißeinbau auf einer Versiegelung.
Dazu aber braucht es "gewisse Temperaturen", sagte Wacker. Im Frühjahr und Herbst kommt daher aus Gewährleistungsgründen DSH-V nicht zum Einsatz. Außerdem hat das Untererthaler Bauunternehmen - als einziger Betrieb im Umkreis von etwa 100 Kilometern - nur einen geeigneten Fertiger mit dem Namen "Sprayjet". Der war defekt und musste zunächst aufwändig repariert werden.
Bei DSH-V werden das Mischgut mit Asphalt und eine Bitumenemulsion in einem einzigen Arbeitsgang aufgebracht. Dazu braucht der Fertiger eine spezielle Sprüheinrichtung. Das polymermodifizierte Bitumen konserviert einen ausgemagerten, aber noch intakten Unterbau. Es verhindert dauerhaft, dass Feuchtigkeit eindringt und optimiert die Straßenoberfläche.
Eine neue Asphaltschicht wird gleichzeitig eingebaut. Sie ist laut Wacker nur 2,5 Zentimeter stark,griffig, eben und dämmt die Geräuschentwicklung. Außerdem kann sie schnell aufgebracht und rasch befahren werden. Das Verfahren ist zudem preisgünstig. Im Bauamtsbereich Schweinfurt wurden so in drei Jahren rund 600 000 Quadratmeter erstellt. Das sind mehr als 100 Kilometer.
Außerdem, so Wacker, sollen die eine oder andere Kurve zwischen dem "Waldschlösschen" und Nüdlingen unter anderem mit Rasengittersteinen verbessert und verbreitert werden.
Er geht davon aus, dass die Arbeiten wenige Tage dauern . Sie sind dennoch mit Ungemach für die Autofahrer verbunden: Es muss so lange eine halbseitige Sperrung mit Ampelregelung erfolgen. Außerdem wird es noch eine Weile dauern, bis die Markierungen aufgebracht sind
Das Bauverfahren DSH-V gibt es in Deutschland seit 1991. Es eignet sich für Straßen, die besonders stark beansprucht werden. Schon wenige Stunden nach dem Einbau des Asphalts ist die Fahrbahn wieder befahrbar. Sie soll besonders langlebig sein. Meist muss auch die alte Decke nicht abgefräst werden.
Das Auftragen einer Bitumenemlusion, die den Unterbau versiegelt, und einer dünnen Asphaltschicht erfolgt in einem Arbeitsgang. Dadurch verbinden sich die Schichten sehr gut. Das Asphaltmischgut besteht aus einer speziellen Rezeptur, deren Zusammensetzung genau geregelt ist (Quelle: www.stolz-bau.com). ed