Als Folklore will es Ralf Bochert nicht verstanden wissen. Die Einführung alter Autokennzeichen bezeichnet der Professor an der Hochschule Heilbronn zwar als kleines Thema, aber eines mit Charme. Und es trifft das Interesse der Bürger, wie die Ergebnisse einer Studie zeigen.

Anfang Mai hatte ein Team der Hochschule nicht ganz 200 Personen auf dem Marktplatz befragt, ob sie sich das alte HAB-Autoschild wünschen. Von den Stadtbewohnern antworteten etwas über 80 Prozent mit Ja. Bei den Befragten aus dem Altlandkreis waren es rund 65 Prozent.

"Das Stimmungsbild ist nicht repräsentativ", so Bochert. Die Zustimmung sei aber eindeutig. handelt sich nicht nur um ein Nostalgie-Thema für die ältere Bevölkerung. Laut den Daten ist die Zustimmung in den Altersgruppen bis 60 Jahren besonders hoch. Sie fällt sogar stärker aus als bei den über 60-Jährigen. Der forscher erklärt es damit, dass das HAB-Kennzeichen für die jüngeren Generationen etwas Neues ist. "Bei den Jüngeren", sagt Bochert, "ist HAB nicht präsent". Für diese sei es eine Veränderung, der sie offen gegenüberstehen.

Derzeit wird vom Bund eine Verordnung vorbereitet, die es den Ländern einfach machen soll, zusätzliche Kennzeichen zu beantragen. Bochert geht davon aus, dass sich der Bundesrat im September damit befasst. Es sehe so aus, dass es eine Ländermehrheit für diese Verordnung gebe. Die Umstellung für die Verwaltung sei kostenneutral. Bochert spricht von 80 Euro Umstellungskosten pro Behörde. Die neuen alten Kennzeichen würden der Verwaltung sogar etwas Einnahmen bringen. Denn die Anmeldung der Kennzeichen wäre freiwillig. Die Fahrzeugbesitzer müssten für das Wunschkennzeichen zahlen.

Die Freiwilligkeit betont auch Bürgermeister Ernst Stross (SPD). "Es gibt bei der Stadt keine Entscheidung pro oder contra. Wir haben gesagt, wir schauen, wie die Tendenz aussieht", so Stross. Die Zustimmung zum HAB-Schild erklärt er damit, dass es ein Zusammengehörigkeitsgefühl wecke.