Im Laufe des Mittwochs haben Polizei und Justiz ein deutliches Zeichen gegen Hasskriminalität gesetzt und deutschlandweit Wohnungen durchsucht. Darunter auch drei in der Region Main-Rhön, wie die Polizei berichtet. Gegen einen 69-Jährigen und zwei Jugendliche ermittelt die Polizei nun Ermittlungsverfahren wegen unterschiedlicher Straftatbestände.

Dem 69-jährigen Schweinfurter wird Volksverhetzung vorgeworfen. Er soll nach vorliegenden Ermittlungen ausländerfeindliche Bilder über die sozialen Medien verbreitet haben. Bei den anderen beiden Beschuldigten handelt es sich um zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren.

Sie stammen aus den Landkreisen Schweinfurt und Rhön-Grabfeld. Gegen sie ermittelt die Polizei, weil sie NS-verherrlichendes Material in WhatsApp-Gruppen verbreiteten. Das sind Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.

Die Einsatzkräfte stellten in den Wohnungen Beweismaterial zum auswerten sicher. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Schweinfurt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft.

Die unterfränkische Polizei weist deutlich darauf hin, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Wer Hass und Hetze im Netz verbreitet, muss jederzeit mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

Die Grenze der Meinungsfreiheit ist spätestens dann überschritten, wenn die Würde von Menschen angegriffen wird. Wer strafbaren Inhalt veröffentlicht, gegen den ermittelt die Polizei. Den Beschuldigten drohen je nach Tatvorwurf empfindliche Geld- und Freiheitsstrafen.

Sie wurden selbst im Netz bedroht oder beleidigt? Sie haben Hasspostings festgestellt und möchten helfen?

1. Zivilcourage: Melden Sie Hate Speech direkt im sozialen Netzwerk und benachrichtigen Sie Betroffene von Hate Speech.

2. Gegenrede: Aktive und sachliche Gegenrede ist eine Möglichkeit, Hasskommentaren entgegenzutreten.

3. Melden: Wenn Sie selbst mit Hate Speech konfrontiert werden, dokumentieren und sichern Sie dies mit Screenshot, notieren Sie Internetadresse und Ersteller sowie Datum und Uhrzeit. Melden Sie diese der nächsten Polizeiinspektion/ Staatsanwaltschaft.

4. Blockieren: Blockieren Sie Personen, die Hate Speech verbreiten und löschen Sie den betreffenden Beitrag.

5. Distanz: Beenden Sie die Kommunikation, wenn Gegenrede erfolglos bleibt.pol