Wie jedes Jahr im September versammelten sich auch heuer Interessierte, um am Obstbaumverstrich der gemeindeeigenen Obstbäume der Gemarkung Ebenhausen teilzunehmen. Die Versteigerung wurde dieses Jahr erstmals vom neuen Ortssprecher Benedikt Kessler abgehalten, welcher seit kurzem im Gemeinderat tätig ist. Die Versteigerung fand im Park der Sinne statt.

Insgesamt stehen in diesem Jahr 35 Bäume zur Versteigerung allerdings sind davon nur 10 bis 15 Bäume lohnend, da die restlichen keine oder nur wenige Früchte tragen, erläutert Kessler.
Die Ersteigerer nutzen den Ertrag der Bäume hauptsächlich um Most oder Apfelsaft herzustellen. "Ich besitzte einen großen Gemüsegarten aber keine Obstbäume, darum ersteigere ich mir jedes Jahr welche" , erklärt Martin Strohmer seine Entscheidung bei der Versteigerung teilzunehmen.
Da der Kreis der Interessierten klein war, wurde man sich bei der Verteilung der Bäume schnell einig. Dies war nicht immer so, erinnert sich ein Teilnehmer "Früher wurde ein Baum manchmal für bis zu 40 Euro versteigert, weil jemand ihn unbedingt haben wollte." Doch seit die Zahl der Interessierten zurück gegangen ist wird kaum noch um die Bäume gefeilscht, da man sich kennt und zügig übereinkommt. Die kleine Anzahl der Teilnehmer erklärt Kessler so: "Seit es die Obstbaumpatenschaft gibt, sind weniger Leute daran interessiert einen Baum für nur ein Jahr zu ersteigern."

Vorteile für Paten und Gemeinde

Bei der Obstbaumpatenschaft übernimmt man die Pflege für einen Baum für fünf Jahre und erhält dadurch die Erlaubnis die Erträge des Baumes für sich zu nutzen. Diese Patenschaft ist kostenlos und somit für viele attraktiver als einen Baum nur für die Ernte zu "kaufen".
Doch nicht nur die Paten versprechen sich dadurch einen Vorteil. "Für die Gemeinde ist es natürlich einfacher, den Baum an einen Paten zu übergeben. Der Baum wird für fünf Jahre gepflegt und die Gemeinde muss sich nicht darum kümmern", berichtet Kessler.
"Übernimmt dies eine Privatperson, ist der Baum häufig in besserem Zustand, da die Leute mehr Zeit haben sich um den Baum zu kümmern, als die Gemeinde", fügt Kessler noch hinzu. Bäume, die keinen Paten besitzen, müssen nämlich von der Gemeinde gehegt werden, was einen relativ großen Aufwand bedeutet.
Als die Anzahl der Ersteigerer noch höher war, lohnte es sich für die Gemeinde die Bäume selbst zu pflegen, doch nun wo das Interesse zurück geht, ist die Obstbaumpatenschaft auch für die Gemeinde von Vorteil.
Ortssprecher Benedikt Kessler ist zuversichtlich, dass trotz der kleinen Anzahl an Teilnehmern in diesem Jahr, auch im kommenden Jahr der Obstbaumverstrich traditionell im September wieder stattfinden wird.