Schwedische Weihnachtsatmosphäre herrschte am Samstag in Ebenhausen im Alten Rathaus und im John-Bauer-Museum am Kirchplatz. Die Großgemeinde Oerlenbach hatte zur Erinnerung an den 100. Todestag des schwedischen Künstlers John Bauer zu einer adventlichen Veranstaltung mit schwedischer Verköstigung, einem Bildervortrag und Kinderbetreuung im Museum eingeladen.

John Bauer ist ein bekannter schwedischer Märchenillustrator, der Anfang des 20. Jahrhunderts in ganz Skandinavien bekannt wurde und dessen familiäre Wurzeln in Ebenhausen liegen. Nach ihm ist das kleine John-Bauer-Museum benannt und in Anlehnung an Bauers Troll-Zeichnungen heißt ein Erlebnisweg in Ebenhausen "Trollige Riedelgrube".

Liebevoll geschmückt

Das Museumsteam Tanja Brand und Anja Erz hatte, unterstützt von Gästeführerin Petra Eckert und der Allianzmanagerin der interkommunalen Allianz Oberes Werntal, Eva Braksiek, mit viel Herzblut sowohl das Alte Rathaus als auch das Museum am Kirchplatz liebevoll geschmückt. Jeder Besucher fühlte sich ins vorweihnachtliche Schweden versetzt und konnte Zeichnungen und Illustrationen des Künstlers John Bauer auf sich wirken lassen.

Glögg und Kanelbullar

Zunächst konnten sich die Gäste im schwedisch geschmückten Eingangsbereich des Altes Rathauses mit Glögg (Glühwein), Fruchtpunsch, Pepparkakor (Gewürzplätzchen) und Kanelbullar (Zimtschnecken) stärken. Anschließend brachte Altbürgermeister Siegfried Erhard im Sitzungssaal des Rathauses in einem äußerst informativen und kurzweiligen Multivisionsvortrag das Leben und Werk John Bauers zur Darstellung und zeigte die Bedeutung des Künstlers auf, gewürzt mit persönlichen Erlebnissen und Begegnungen in Schweden.

Die Wurzeln Bauers

Siegfried Erhard erläuterte in seinem Vortrag, was John Bauer eigentlich mit der Ortschaft Ebenhausen zu tun hat und warum es hier ein Museum für ihn gibt: Johns Vater Josef Bauer wurde 1849 in Ebenhausen geboren und wanderte, nachdem er Vollwaise geworden war, im Alter von nur 13 Jahren zu Verwandten nach Jönköping in Südschweden aus. Dort fasste er als Metzger und Geschäftsmann Fuß und sein Sohn John Bauer kam 1982 zur Welt. Dieser trat allerdings nicht in die Fußstapfen seines Vaters, sondern besuchte die Kunstakademie in Stockholm und wurde vor allem durch seine Illustrationen zu schwedischen Märchen mit seiner charakteristischen Darstellung von Trollen und Wichteln berühmt und bekannt.

Auch Prinzessinnen, Könige und Elche sind immer wiederkehrende Motive. Zu seinem künstlerischen Werk gehören ferner Naturstudien, Fresken, Kostüme und Bühnenbilder. Darüber hinaus war er schriftstellerisch als Geschichten- und Theaterstückeschreiber tätig. Als 20-Jähriger machte er auf einer Reise nach Italien einen Abstecher nach Deutschland, um seine Verwandten in Unterfranken zu besuchen. Von diesem Besuch zeugen Skizzen, Zeichnungen seines Vaterhauses und der Landschaften und Wälder vor allem um Sulzthal sowie ein Reisebericht. Leider kam er im Alter von nur 37 Jahren zusammen mit seiner Frau Esther und seinem Sohn Bengt bei einem Schiffsuntergang auf dem schwedischen Vättersee ums Leben.

Wenn Trolle Elche basteln

Während des Vortrages konnten die Kinder bereits das Museum besuchen und dort verkleidet als Prinzessin, Troll, König oder Elch schwedischen Märchen lauschen. Es entstanden hübsche Basteleien wie z.B. kleine Elche und Jultomtar (Weihnachtswichtel). Nach dem Vortrag im Alten Rathaus konnten auch die Erwachsenen das John-Bauer-Museum erkunden und sich an den Medienstationen informieren. Als Abschluss durften sich ein paar Kinder als Lucia mit der Lichterkrone und ihre Begleiterinnen verkleiden und mit den Großen zusammen unter den Klängen des Lucia-Liedes um den Weihnachtsbaum am Kirchplatz tanzen.