Die Becher waren anlässlich des "8. Tag der offenen Töpferei" am 9. und 10. März von sieben verschiedenen Keramikwerkstätten aus Unter- und Mittelfranken angefertigt worden. Dabei kamen 180 Teile im Gesamtwert von 1800 Euro heraus. Für die Aktion hatten sich 58 Einrichtungen beworben. Die Becher wurden an zwei Kindergärten ausgelost, ein Gewinn ging an eine Einrichtung in Zell am Main und der zweite an den Action Kindergarten Ebenhausen.

Gertrud Schneider aus Stadtlauringen und Karin Reiss aus Bad Kissingen haben die Becher nach Ebenhausen gebracht und dort den Kindern übergeben. Das Anliegen der Töpfer ist es, den Kindern möglichst früh einen alltäglichen Umgang mit schönen und wertvollen Dingen zu ermöglichen. "So kann der Sinn für den besonderen, handgearbeiteten Gegenstand geschärft werden", so Karin Reiss.

Die beiden Frauen erklärten den Kindern zunächst ihren Beruf. "Wir beide sind Töpfer. Das ist ein ganz alter Beruf", sagte Karin Reiss, "wir machen unsere Tassen auf einer Drehscheibe". "Das ist so ähnlich wie eine CD", erwiderte ein Kind.


Bemalt wie die Ostereier

Die Becher herzustellen, macht eine Menge Arbeit. Nach dem Töpfern werden die Sachen gebrannt und bemalt, erklärten die Töpferinnen weiter. "Wie die Ostereier", warf die kleine Laura ein.

Kindergartenleiterin Daniela Koch zeigte den Kindern, woraus die Becher geformt wurden und ließ sie den Ton anfassen. "Ton ist ganz matscheweich, wie Lehm", stellte denn auch eines der Kinder fest. "Lehm haben wir bei uns im Sandkasten", wusste Paul.

Daniela Koch erklärte den Kindern noch, dass die Becher kostbar und zerbrechlich sind. "Weil ihr schon so groß seid, dürft ihr die Becher benutzen, denn ihr geht schon ganz zart damit um".

Nach der Übergabe bedankten sich die Kinder der Delfingruppe mit dem Lied vom tollpatschigen Osterhasen Stupps. Außerdem hatten sie Bilder gemalt, die sie den beiden Töpferinnen überreichten. Die Spender der Trinkbecher sind: Töpferei Kranz (Würzburg), Boersl (Eßfeld), Schleifer (Scheinfeld), Traupe (Sommerhausen), Schneider (Stadtlauringen), Seebeck (Willanzheim) und Reiss (Bad Kissingen).

Die Aktion soll im nächsten Jahr erneut stattfinden. Dann können Kinder und Eltern ein weiteres Mal einen Blick hinter die Kulissen dieses alten Handwerks werfen.