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Bad Kissingen
Zuwachs

Abwärtstrend umgekehrt

In den Mittelschulen des Kreises hat die Schülerzahl um sechs Prozent zugenommen.
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Die wachsende Zahl an Kindern von Asylbewerbern stellten die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Bad Kissingen vor neue Aufgaben. Foto: SabrinaMeusel
Die wachsende Zahl an Kindern von Asylbewerbern stellten die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Bad Kissingen vor neue Aufgaben. Foto: SabrinaMeusel
"Erfreulich ist, dass die Schülerzahlen bei den Grund- und Mittelschulen erstmalig seit Jahren wieder positiv sind und dies in allen drei unterfränkischen Regionen. Der seit Jahren rückläufige Trend scheint sich vor allem durch den bisherigen Zugang von Schülern mit Migrationshintergrund zunehmend zu stabilisieren. Die Schulanfänger können sogar um 329 Schülerinnen und Schüler (plus 3,19 Prozent) zulegen", sagte Regierungspräsident Dr.
Paul Beinhofer bei der Schuljahrspressekonferenz.

Im Schulamtsbezirk Bad Kissingen beginnt für rund 5000 Schüler das Schuljahr. An den Grundschulen sind es 3090 Schüler in 151 Klassen, und die Mittelschulen besuchen 1897 Schüler in 99 Klassen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Grundschüler nahezu gleich geblieben, die Zahl der Mittelschüler hat um 114 Schüler (+ 6 Prozent) zugenommen.


Kleinste Schule in Thundorf

An den Grund- und Mittelschulen werden mit 250 Klassen acht weniger als im Vorjahr gebildet, in der Grundschule sitzen durchschnittlich 20,46 Kinder in einer Klasse; in der Mittelschule sind es 19,16 Schüler. An der kleinsten Grundschule in Thundorf werden 38 Kinder unterrichtet, und der Bestand bleibt mit der Bildung von zwei Klassen gesichert.

Durch Pensionierungen, Versetzungen und Zuweisungen in andere Regierungsbezirke hat der Schulamtsbezirk einen hohen Bedarf an Lehrkräften, der gedeckt werden konnte. 40 Lehrerinnen und Lehrer beginnen den Dienst neu an den Grund- und Mittelschulen des Landkreises, darunter 17 Lehramtsanwärter. Dazu gibt es eine Mobile Reserve mit 18 Vollstellen.

Die Kooperationen in den vier Mittelschulen des Landkreises haben sich gut entwickelt. Schwerpunkt bleibt die Berufsorientierung. Mit Landkreismitteln unterstützt, haben die Schulen zusammen mit den Betrieben in der Region eine sehr erfolgreiche Kooperation aufgebaut.

Die Formen der Ganztagesschule werden an den Schulen im Landkreis weiter ausgebaut. Zum Schuljahr 2016/17 gestalten die Grund- und Mittelschulen je nach Bedarf offene Ganztagsangebote, gebundenen Ganztagesunterricht und Angebote der Mittagsbetreuung.

Weitere Grundschulen werden sich in den nächsten Jahren zur "Flexiblen Grundschule" entwickeln. Nach guten Erfahrungen an der Grundschule Wartmannsroth bietet nun die Grundschule Burkardroth diese Form an, wo Schüler die Eingangsstufe nicht nur in der Regel von zwei Jahren durchlaufen, sondern je nach Leistung in einem oder drei Jahren. Das Lernen in jahrgangsgemischten Klassen wird an vielen Grundschulen im Landkreis umgesetzt.


Wachsende Aufgaben durch Asyl

Die wachsende Zahl an Kindern von Asylbewerbern stellten auch im Landkreis Bad Kissingen Grund- und Mittelschulen vor neue Aufgaben. Schon im Schuljahr 2015/16 wurden dazu zeitlich befristete Verträge oder Honorarverträge geschlossen. Schulische Angebote werden auch im kommenden Schuljahr durch flexiblen Einsatz von Drittkräften zur Unterstützung des unterrichtlichen Sprachförderangebotes ergänzt. An Orten mit besonders vielen Zuzügen werden auch in diesem Schuljahr bedarfsgerechte Übergangsklassen eingerichtet.

Der Aspekt der Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund wird noch bedeutender. Für die noch nicht schulpflichtigen Kinder mit Migrationshintergrund und mangelnden Sprachkenntnissen werden an 9 Grundschulen bzw. in den Kindergärten Vorkurse angeboten, die von Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen abgehalten werden. An 4 Grund-schulen werden Sprachlerngruppen eingerichtet und 11 Schulen bieten Deutsch-Förderkurse an. Außerdem wurden an drei Schulen mit hohem Migrationsanteil Übergangsklassen eingerichtet oder Klassen geteilt. Und es werden zur Unterstützung des Sprachförderangebotes zeitlich befristete Verträge oder Honorarverträge mit Drittkräften ge-schlossen.


Schwere Aufgabe Inklusion

Die Inklusion stellt alle Schulen vor die Aufgabe, die Behindertenrechtskonvention umzusetzen und den gleichberechtigten Zugang von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Grund- und weiterführenden Schulen sicherzustellen. Die Grundschule Thulbatal hat ein Konzept entwickelt und mit Unterstützung einer Förderpädagogin der Saaletalschule Bad Kissingen umgesetzt. Auch die Resonanz auf das Angebot der Beratungsstelle zu Fragen der Inklusion zeigt, wie wichtig Unterstützungsangebote sind.