Schneechaos in Unterfranken: Wintereinbruch führt zu Autobahn-Unfällen am Untermain. Sturmtief "Tristan" hat am Sonntag (7. Februar 2021) auch in Unterfranken für heftiges Schneetreiben gesorgt. Die Folge waren zahlreiche Unfälle, wie die Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach berichtet. 

In die Verkehrsunfälle waren unter anderem mehrere Lastwagen involviert. Einer der Unfallverursacher war außerdem betrunken.

Sturmtief "Tristan": Schnee und Glätte führen zu zahlreichen Unfällen

Nahe Weibersbrunn (Landkreis Aschaffenburg) kippte eine Sattelzugmaschine um, teilt die Polizei mit. Demnach fuhr befuhr ein 62-Jähriger am Sonntagabend mit seinem Sattelzug auf der A3 in Richtung Würzburg. Gegen 22.30 Uhr verlor der Mann dann bei starkem Schneefall auf der schneebedeckten Fahrbahn die Kontrolle über seinen Lastwagen .

Der Lkw geriet ins Schlingern, bevor er sich um 180 Grad drehte und schließlich entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen kam. Hierbei kippte die Sattelzugmaschine auf die linke Seite um und blieb neben der Fahrbahn liegen. Der Sattelanhänger blieb schräg auf dem Pannensteifen stehen.

Der 62-jährige Fahrer blieb unverletzt. An seinem Fahrzeug entstand ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro. Aufgrund der Witterung und des notwendigen Einsatzes eines Krans an der Einsatzstelle wurde laut Polizei entschieden, die Bergung auf Montagfrüh zu verlegen. Diese begann schließlich gegen 9.15 Uhr und dauert gegenwärtig noch an.

Mazda schleudert gegen Leitplanke - Betrunkener fährt in Lkw

Auf der A45 in Richtung Gießen geriet am Sonntag gegen 22.40 Uhr der Mazda eines 36-Jährigen  aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern. Etwa auf Höhe Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) kollidierte der Wagen mit der Mittelleitplanke und kam schließlich "nicht mehr rollfähig" am Mittelsteifen zum Stehen, berichtet die Polizei. Die Autoinsassen blieben unverletzt. Der Sachschaden wird auf etwa 4500 Euro geschätzt.

Gegen 1 Uhr am Montag wurde der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach zudem ein Auffahrunfall auf der A3 bei Bischbrunn (Landkreis Main-Spessart) in Richtung Würzburg gemeldet. Vor Ort stellten die Beamten fest, dass ein 32-Jähriger mit seinem VW Caddy bei schneebedeckter Fahrbahn auf das Heck eines langsam fahrenden Sattelzuges aufgefahren war. Der Caddy kam in Folge dessen quer zur Fahrbahn und schwer beschädigt zum Stehen. Beim Zusammenprall wurde der 42-Jährige Beifahrer des Caddy leicht verletzt. Er wurde in ein Krankhaus gebracht. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden von circa 15.000 Euro. Zur Bergung des Caddys musste der rechte Fahrstreifen gesperrt werden.

Während der Unfallaufnahme stellten die Beamten Alkoholgeruch beim VW-Fahrer fest. Ein daraufhin durchgeführter Atemalkoholtest ergab rund 1,3 Promille. Aufgrund dessen wurde bei dem Mann eine Blutentnahme durchgeführt und sein Führerschein sichergestellt. Es folgt unter anderem ein Verfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung.

A3: Sprinter kommt von Fahrbahn ab - Skoda streift Leitplanke - VW zu schnell

Auf der A3 nahe Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) kam am Montag gegen 1.45 Uhr ein 44-Jähriger mit seinem Mercedes Sprinter nach links von der schneebedeckten Fahrbahn ab. Der Sprinter prallte daraufhin gegen die Mittelleitplanke und kam - nicht mehr fahrbereit - auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. Der Fahrer blieb unverletzt. Am Fahrzeug entstand ein Schaden von etwa 20.000 Euro. Der linke Fahrstreifen musste bis zur Bergung des Sprinters für den Verkehr gesperrt werden.

Bei Kleinostheim (Landkreis Aschaffenburg) kam ein 62-Jähriger Skoda-Fahrer am Montag gegen 6 Uhr an der Anschlussstelle Aschaffenburg beim Fahrstreifenwechsel nach rechts von der Fahrbahn ab. Dabei streifte das Auto die Außenleitplanke. Es entstand dadurch ein Sachschaden von circa 2000 Euro.  

Auch nahe Goldbach (Landkreis Aschaffenburg) ereignete sich ein Unfall. Laut Polizei wollte ein 54-Jähriger am Montagmorgen gegen 5.45 Uhr mit seinem VW Golf an der Anschlussstelle Aschaffenburg-Ost auf die A3 in Richtung Würzburg auffahren. "Aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit verlor der Mann die Kontrolle über seinen Pkw", berichtet die Polizei. Das Fahrzeug geriet auf dem Beschleunigungsstreifen demnach ins Rutschen und schleuderte anschließend nach links über alle drei Fahrstreifen, bevor es schließlich mit der Mittelleitplanke kollidierte und hier zum Stehen kam. Der Fahrer blieb unverletzt. Hier entstand ein Sachschaden von ungefähr 4000 Euro.

Frontalcrash in Hösbach auf schneeglatter Fahrbahn

Am Sonntag um 21.05 Uhr befuhr ein 18-Jähriger im Ortsteil Wenighösbach mit seinem BMW die Dorfstraße in Richtung Kahlgrundstraße. Zur gleichen Zeit war ein 45-Jähriger mit seinem Toyota in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Der Jüngere verlor in einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Auto, dieses drehte sich um 90 Grad und rutschte weiter über die Fahrbahn, bis es zur Kollision mit dem Toyota kam. Danach stieß der BMW noch gegen den hölzernen Zaun eines angrenzenden Anwesens. Beide Fahrzeuge waren nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der Gesamtschaden schlägt mit knapp 20.000 Euro zu Buche.

Auch in den Landkreisen Schweinfurt und Bad Kissingen sorgten die winterlichen Straßenverhältnisse für eine Vielzahl an Unfällen: In der Nacht auf Montag ereigneten sich sechs Verkehrsunfälle wegen Schneeglätte im Zuständigkeitsbereich der Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck, heißt es in deren Pressebericht.

Kurz vor Mitternacht verlor ein 53-jähriger Pkw-Fahrer wegen nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in die Mittel- und Außenschutzplanke.  Kurz nach Mitternacht rutschte dann ein Lkw-Fahrer mit seinem Gespann beim Ausparken auf dem Rastplatz Maibacher Höhe auf der A71 bei geschlossener Schneedecke auf einen anderen Lkw.  Um 01.13 Uhr rutschte im Bereich der Anschlussstelle Schweinfurt-Zentrum auf der A70 ein Sattelzug mit der Antriebsachse nach rechts von der Fahrbahn gegen die Außenschutzplanke. Der Sattelzug fuhr sich fest und musste vom THW wieder auf die Fahrbahn gezogen werden. 

Der nächste Unfall ereignete sich in den Morgenstunden kurz vor 7 Uhr auf der A7 bei Elfershausen. Richtung Würzburg schlitterte ein Lkw mit Anhänger nach rechts von der Fahrbahn. Im weichen Erdreich neben der Fahrbahn kippte der Anhänger um. Zur Bergung waren die Autobahnmeisterei Oberthulba und die Feuerwehr aus Oberthulba im Einsatz.  Gegen 07.05 Uhr rutsche auf der A7 ein 44-jähriger Pkw-Fahrer mit seinem Fahrzeug bei Wasserlosen in die Mittelschutzplanke. Um 7.45 wollte ein 38-jähriger BMW-Fahrer von der Rastanlage Rhön Richtung Kassel auf die A7 auffahren. Auf dem Beschleunigungsstreifen kam er ins Schleudern, rutschte quer über die gesamte Fahrbahn und krachte in die Mittelschutzplanke.   

Bei den Unfällen wurde niemand verletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt etwa 103.000 Euro. 

Auf Oberfrankens Autobahnen kam es am Sonntag durch Schnee und Glätte zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Auf der A6 in Mittelfranken steckten unterdessen 100 Fahrzeuge fest.