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Aschaffenburg
Kunst

"Logische Phantasien" in Unterfranken: Tim Otto Roth verwandelt ehemalige Kirche in Universalkunstwerk

Die Aschaffenburger Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt von Samstag an neue Werke des Konzeptkünstlers Tim Otto Roth. Seine Kunstwerke zeichnen sich durch Kreativität und "Mathematischen Sozialismus" aus.
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Unter dem Titel "Logische Phantasien" verwandelt der Künstler Tim Otto Roth die Aschaffenburger Kunsthalle Jesuitenkirche in ein Universalkunstwerk. Foto: Stefan Stark/Museen der Stadt Aschaffenburg/dpaAschaffenburger
Unter dem Titel "Logische Phantasien" verwandelt der Künstler Tim Otto Roth die Aschaffenburger Kunsthalle Jesuitenkirche in ein Universalkunstwerk. Foto: Stefan Stark/Museen der Stadt Aschaffenburg/dpaAschaffenburger

Die Aschaffenburger Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt von Samstag (07. März 2020) bis zum 14. Juni 2020 neue Werke des Konzeptkünstlers Tim Otto Roth. Dabei bedient sich der Künstler mathematischer Regelmäßigkeiten und orientiert sich auch an Werken ehemaliger Künstler.

Unter dem Titel "Logische Phantasien" verwandele der Künstler das ehemalige Gotteshaus in ein Universalkunstwerk, sagte Museumssprecherin Natalie Ungar.

"Mathematischer Sozialismus" bei Wasserorgel

Inspiriert vom Werk des 1982 gestorbenen Malers Christian Schad denkt Roth dabei beispielsweise dessen Fotografien ohne Kamera, die sogenannten "Schadografien" neu. So lässt er in den Gewölben der ehemaligen Kirche unter anderem 3-D-Schatten die romantische Kunstfigur Scarbo zum gleichnamigen dritten Satz des Klavierwerks "Gaspard de la Nuit" von Maurice Ravel tanzen.

Ein in Indien in traditioneller Handarbeit produzierter Teppich verdeutlicht, wie sich ein Muster anhand eines einfachen Algorithmus immer wieder selbst vervielfältigen und dabei neu entwickeln kann. Aus den Farben der Nachbarknoten wird dabei die Farbe des Knotens in der nächsten Reihe abgeleitet.

Diese von Roth als "Mathematischer Sozialismus" bezeichnete Technik demonstriert auch eine Wasserorgel namens "aura calculata". Beginnt die Orgel zu spielen, haben alle Pfeifen die gleiche Füllhöhe und spielen den gleichen Ton. Ihre Aktivität steuern die Pfeifen in Abhängigkeit der beiden benachbarten Pfeifen, mit der sie über Kabel verbunden sind.

"Alle Akteure sind gleichgeschaltet und gehorchen derselben Regel. Doch trotz dieser Gleichschaltung führt dies überraschenderweise nicht dazu, dass alle im Gleichschritt marschieren", erklärt Roth das Kalkül. Dieser "Elan mathematischer Selbstorganisation" äußere sich in immer wieder entstehenden neuen Muster- und Klangvariationen.