In einer Mainschleuse im Kreis Aschaffenburg wurde die Leiche eines 30-jährigen Mannes entdeckt. Der Fall stellt die Ermittler vor ein Rätsel: Das Opfer soll von einer Brücke gesprungen sein - doch war es wirklich freiwillig?

Ein Bekannter des Mannes wurde mittlerweile festgenommen. Die Todesursache ist jedoch weiterhin unklar. Nun hat die Polizei neue Details zum Fall.

Update vom 17.3.2022, 11.15 Uhr: Gutachten liegt den Ermittlern vor

Nach dem tödlichen Sprung des 30-Jährigen und der Festnahme eines Tatverdächtigen könnte ein psychiatrisches Gutachten erste Hinweise auf ein Tatmotiv liefern: Im Rahmen der Ermittlungen wurde von der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg ein Sachverständiger beauftragt, ein psychiatrisches Gutachten über den 34-jährigen Tatverdächtigen zu erstellen. Dieses liegt den Ermittlern nun vor.

Es sei davon auszugehen, dass bei dem Festgenommenen zum Tatzeitpunkt eine psychiatrische Erkrankung vorlag, weshalb das Amtsgericht Aschaffenburg am Mittwoch einen Unterbringungsbefehl gegen den Mann erlassen hat.

Diese neuen Erkenntnisse zum Fall teilten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg in einem gemeinsamen Schreiben mit. Der bestehende Haftbefehl wurde aufgehoben und der 34-Jährige befindet sich in einem Bezirkskrankenhaus.

Update vom 16.3.2022: Vermisster tot in Mainschleuse gefunden - Obduktion bringt keine Klarheit

Auch nach der Obduktion eines in einer Mainschleuse gefundenen Toten ist unklar, woran der Mann starb. "Zur Todesursache gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse", teilte die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg  am Mittwoch (16. März 2022) mit. "Hinsichtlich des Tathergangs dauern die zeitintensiven und gründlichen Ermittlungen derzeit noch an." Zum möglichen Motiv eines Verdächtigen wollte die Behörde zunächst nichts sagen.

Ein 34-Jähriger soll das Opfer am Abend des 17. Februar dazu gebracht haben, von einer Eisenbahnbrücke zwischen Wörth und Erlenbach (Landkreis Miltenberg) in den Main zu springen. Der 34-Jährige wurde etwa eine Woche danach in Rheinland-Pfalz festgenommen, er sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Gut drei Wochen nach einem mutmaßlichen Tötungsdelikt wurde die Leiche des 30-Jährigen an der Schleuse des Kraftwerks Kleinwallstadt (Landkreis Miltenberg) gefunden.

Ein Mitarbeiter eines Kraftwerks in Kleinwallstadt (Kreis Aschaffenburg) hat bei Reinigungsarbeiten eine Leiche im Main gefunden, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt. Die Polizei geht derzeit von einem Tötungsdelikt aus. Bei dem Vermissten handele es sich wahrscheinlich um einen vermissten 30-Jährigen, der von einem Bekannten zum Sprung von der Brücke gebracht wurde.

Ursprüngliche Meldung vom 11.3.2022: Vermisster 30-Jähriger tot im Main bei Kraftwerk gefunden

Am Freitagmittag (11. März 2022) kam es zu einem Polizeieinsatz an der Schleuse am Kraftwerk in Kleinwallstadt. Bei Reinigungsarbeiten an der Schleuse konnte ein männlicher Leichnam durch einen Mitarbeiter gefunden werden. Eine durch die Staatsanwaltschaft beantragte rechtsmedizinische Untersuchung soll nun Klarheit schaffen. Derzeit geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen vermissten 30-Jährigen handelt.

Im Rahmen der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ergaben sich Hinweise darauf, dass ein vermisster 30-Jährige am 17. Februar, zwischen 22:30 Uhr und 23:30 Uhr, von einer Brücke zwischen Wörth und Erlenbach in den Main gestürzt ist. Ein Bekannter soll für seinen Todessprung verantwortlich gewesen sein. Nach intensiven Fahndungsmaßnahmen konnte in der Folgewoche ein 34-jähriger Tatverdächtiger in Rheinland-Pfalz festgenommen werden. Dieser sitzt seitdem aufgrund des dringenden Tatverdachts des Mordes in Untersuchungshaft.

Hinweis der Redaktion: Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichst du unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Innerhalb von Bayern kannst du dich alternativ unter der 0800-6553000 beim Netzwerk Krisendienste Bayern melden. Dort bekommst du rund um die Uhr qualifizierte Hilfe in psychischen Krisen und Notfällen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") findest du zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.