Hunde-Köder im Landkreis Aschaffenburg: Tierhalter berichten von Funden. "Achtung, Giftköder!": Die Marktgemeinde Hösbach warnt auf ihrer Internetseite vor ausgelegten Giftködern. Den jüngsten Fund gab es demnach am Mittwoch, 12. August 2020, in Winzenhohl in Nähe des Neuen Friedhofs: Dort sollten Frikadellen - gespickt mit blauen Giftkapseln und Nägeln - offensichtlich Hunden schaden. "Fünf solcher präparierter Köder wurden über den Tag verteilt ausgemacht", schreibt die Gemeindeverwaltung.

Nur wenige Tage zuvor wurden Wurstgiftköder in Hösbach, im Bereich des Quartiers "Ziegeleistraße", gefunden. "Giftköder stellen nicht nur für die Haustiere eine große Gefahr dar. Auch Kleinkinder sowie unsere heimischen Wald- und Wildtiere können nach einem Verzehr große Schäden erleiden", warnt der Markt Hösbach.

Hundehalter suchen nach weiteren Ködern

Ein nach den ersten Funden am Morgen des 12. August durch eine besorgte Bürgerin über die sozialen Medien verbreiteter Aufruf, sich am gleichen Abend vor Ort zu treffen, um weitere Köder zu suchen, folgten laut Angaben der Gemeinde gut 15 Hundehalter.

In Gruppen aufgeteilt, wurde ein bei Gassigängern beliebtes Gebiet im Bereich Winzenhohl / Hösbach-Bahnhof abgeschritten. Dort konnten die Tierfreunde eine einzelne blaue Giftkapsel ohne Fleischbeigabe sicherstellen. Die Polizei wurde informiert.

Bürger werden aufgerufen, während ihres Aufenthalts in der Natur die Augen offenzuhalten. "Lassen Sie Ihre kleinen Kinder nicht unbeaufsichtigt an den Wegesrändern spielen. Insbesondere die blauen Giftstifte vermitteln den Kleinsten den Fund einer Süßigkeit. Bitte achten Sie auf Ihre Hunde, halten Sie sie stets an der Leine und unter Aufsicht", betont die Hösbacher Gemeindeverwaltung.

Bei Verdacht sofort Tierarzt aufsuchen

Wer den Verdacht habe, dass sein Tier vergiftet wurde, solle so schnell wie möglich den nächsten Tierarzt aufsuchen. Symptome könnten beispielsweise Erbrechen, Durchfall, Kollaps, Atemnot oder Veränderungen der Mundschleimhaut und der Pupillen sein.

"Wir danken an dieser Stelle allen Freiwilligen, die sich an der Suchaktion beteiligt haben. Seien Sie auch weiterhin aufmerksam." Zeugen, die verdächtige Beobachtungen machen, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06021/857-0 an die Polizeiinspektion Aschaffenburg zu wenden.

Eine Serie von möglicherweise vergifteten Tierködern hat auch Hundebesitzer in Nürnberg wochenlang in Angst versetzt. Die Polizei ging in den betreffenden Gebieten vermehrt auf Streife. Vorfälle wie diese gibt es beinahe täglich in Deutschland.