Rund 100 schwarz gekleidete Demonstranten sind am Mittwochabend mit Fahnen, Transparenten und lauter Musik durch die Innenstadt von Aschaffenburg gezogen. Die Polizei war mit Unterstützungskräften im Einsatz, allerdings hatte sich der Versammlungsaufzug bei Eintreffen der Einsatzkräfte bereits aufgelöst. Zu Sachbeschädigungen, Gewalttätigkeiten oder Gefährdungen von Außenstehenden kam es nicht. Dennoch wurden Ermittlungen wegen unterschiedlichen Verstößen, unter anderem gegen das Bayerische Versammlungs- und das Infektionsschutzgesetz, eingeleitet.

Die Ansammlung am Mittwochabend hätte Anwohnern und Passanten Angst eingejagt. "Der martialische Aufzug mit düsterer Musik und dunkel gekleideten Personen durch die Innenstadt erinnert an düstere Zeiten, die wir nicht wiederhaben wollen", sagte Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) am Donnerstag laut Mitteilung.

Gegner der Corona-Maßnahmen ziehen durch Aschaffenburg: "Erinnert an düstere Zeiten"

Wie die Polizei am Donnerstag berichtet, waren gegen 21.10 Uhr die ersten Mitteilungen über die Versammlung bei der Polizei eingegangen. In der Folge wurde bekannt, dass sich die rund 100 Demonstranten offenbar im Bereich Grünewaldstraße zusammengefunden hatten, um anschließend in Aufzugsformation durch die Innenstadt zu ziehen. Laut Polizei handelte es sich bei den Teilnehmern insbesondere um Kritiker der aktuellen Corona-Maßnahmen. Da es sich offensichtlich um eine organisierte Aktion handelte, hätte der Aufzug im Vorfeld bei der Versammlungsbehörde angezeigt werden müssen.

Umgehend nach Eingang der Mitteilungen war die Aschaffenburger Polizei mit Unterstützungskräften der operativen Ergänzungsdienste Würzburg und Aschaffenburg, der bayerischen Bereitschaftspolizei sowie benachbarter Polizeidienststellen im Einsatz. Als die Einsatzkräfte eintrafen, löste sich der Aufzug im Bereich der Lindenallee bereits in Kleingruppen auf, die in unterschiedliche Richtungen von dannen zogen. Im Bereich der Innenstadt stellten die eingesetzten Beamten von einer Vielzahl an Personen die Personalien fest. Rund 15 davon konnten der Versammlung inzwischen zugeordnet werden. 

Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat Ermittlungen aufgenommen, da die Versammlungsteilnehmer zum Teil vermummt oder maskiert waren, Corona-Regeln nicht eingehalten wurden und während des Aufzugs Pyrotechnik in Form von bengalischen Fackeln gezündet wurde. Dies stellt Verstöße gegen das bayerische Versammlungsgesetz, das Infektionsschutzgesetz und das Sprengstoffgesetz dar.

Weitere Aktionen geplant? Polizei hat Lage im Blick

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass möglicherweise weitere Aktionen geplant sind, wird die Aschaffenburger Polizei in den kommenden Tagen und Wochen insbesondere auch im Innenstadtbereich verstärkt präsent sein. Sollte es wiederum zu Versammlungen kommen, die durch Kundgebungsmittel wie zum Beispiel Pyrotechnik oder Maskierungen und der Art der Durchführung ein nicht akzeptables Bild erwecken, werden diese durch die Polizei konsequent unterbunden. Sollten unangemeldete oder sich spontan entwickelnde Versammlungen festgestellt werden, ist die Polizei für jeden Hinweis, auch über Notruf 110, dankbar.

Zuletzt demonstrierten auch in Schweinfurt an die 1300 Menschen gegen die Corona-Regeln.