Beamt*innen der Wasserschutzpolizei bemerkten am Montagabend (01.08.2022) ein Schiff auf dem Main in Aschaffenburg, das eine ungewöhnliche Fahrweise an den Tag legte. Nachdem das Güterschiff in einem Industriehafen in Nilkheim festgemacht worden war, führten die Beamt*innen eine Kontrolle durch. Dabei bemerkten sie, dass der Steuermann offensichtlich beim Anlegen des Schiffs über Bord gegangen war, wie die Polizei Unterfranken mitteilte.

Betrunkene Besatzung: Polizei führt Kontrolle durch

Glücklicherweise konnte sich der Mann (65) selbstständig zurück auf das Schiff retten. Er trug keinerlei Verletzungen davon. Im Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 65-Jährige mehr als ein Promille Alkohol im Blut hatte. Der 38-jährige Kapitän des Schiffs hatte sogar einen noch höheren Wert mit rund 1.5 Promille. Für die beiden Männer wurde in der Folge eine Blutentnahme angeordnet und die Weiterfahrt des Schiffes verboten. Entsprechende Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr wurden eingeleitet.

Einer Fortsetzung der Fahrt wäre am nächsten Tag (02.08.2022) nichts im Wege gestanden. Allerdings hatte die Wasserschutzpolizei offensichtlich das richtige Gespür und führte gegen 8.30 Uhr eine erneute Kontrolle durch als die Männer gerade mit dem Gefährt in Richtung Bayernhafen losfahren wollten.

Wiederholungstäter: Steuermann und Kapitän betrunken 

Die gleiche Besatzung hatte offensichtlich wieder reichlich Alkohol getrunken und sogar noch höhere Alkoholwerte als am Tag zuvor. Erneut wurde eine Blutentnahme angeordnet. Die seemännischen Patente und Erlaubnisse der beiden Schiffsleute wurden nun wegen Wiederholungsgefahr sichergestellt. Das Frachtschiff ist seitdem führerlos im Bayernhafen festgesetzt und kann erst mit einer neuen Besatzung weiterfahren.

Außerdem wurden Sicherheitsleistungen im vierstelligen Bereich angeordnet, da die Männer keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben. Die Wasserschutzpolizei weist darauf hin, dass in der Schifffahrt allgemein, also auch für Sportboote, die gleichen Promillegrenzen wie im Straßenverkehr gelten.

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