Außerordentlich zäh verlaufen die Vertragsverhandlungen, die Wolfgang Heyder in diesen Tagen führt. "Schwierig, schwierig", so kommentierte der Manager des dreimaligen Double-Gewinners Brose Baskets die Gespräche mit Spielern und deren Agenten. "So richtig vorwärts geht da nichts", zeigte sich Heyder enttäuscht.
Fest steht seit gestern, dass Tibor Pleiß, der in Bamberg in der letzten Woche bereits verabschiedet worden war, nicht in die NBA, sondern nach Spanien wechselt. Caja Laboral Vitoria hat sich die Dienste des 2,15 Meter großen Centertalents gesichert. Nach Auskunft von Heyder hat sich Pleiß gegen ein Angebot von Oklahoma City Thunder entschieden. Die Offerte der Basken war wohl deutlich attraktiver. Heyder erzählte auch, dass Vitoria schon in der letzten Saison großes Interesse an Pleiß gezeigt und für den Riesen eine Ablöse von 500 000 Euro geboten habe. "Finanziell ist das eine ganz andere Größenordnung, da können wir nicht mithalten", betonte der Manager der Brose Baskets.
Auch die Verhandlungen mit dem Bamberger Eigengewächs Karsten Tadda seien laut Heyder sehr schwierig. "Berlin ist eine schöne Stadt" postete der Jungnationalspieler, der in der letzten Woche den Auftaktlehrgang der DBB-Auswahl in der Hauptstadt besucht hatte und offensichtlich mit einem Wechsel zum Erzrivalen Alba Berlin liebäugelt. "Alle sind hier in Bamberg in der letzten Saison besser geworden - und damit auch interessanter und teurer", nannte Heyder die Kehrseite des Erfolgs.

Jede Menge Angebote für Anton Gavel


Das gilt vor allem auch für Anton Gavel, der nicht umsonst zum besten Verteidiger der Liga gewählt worden ist, und zudem auch in der Offensive und als Führungsspieler über enorme Qualitäten verfügt. Neben den Münchner Bayern seien auch Klubs aus Russland und der Türkei an dem Slowaken interessiert, der im Januar 2013 die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen könnte. Bei Tadda und Gavel will Heyder in dieser Woche definitiv eine Entscheidung, um die Planungen voran treiben zu können. "Sonst können wir nicht weitermachen. Wir haben schon Ideen und Listen von Spielern, doch dafür brauchen wir Entscheidungen", betonte der Manager, dass Trainer Chris Fleming und er durchaus einen Plan B im Köcher hätten, falls es mit den Vertragsverlängerungen der Meisterspieler nicht klappt.

Tucker und Roberts spielen NBA-Summer-League


Im Falle von Superstar P.J. Tucker, dem unter anderen ein Angebot aus St. Petersburg über 1,8 Millionen Euro für zwei Jahre vorliegen soll, aber auch Brian Roberts wird es ohnehin so schnell keine Abschlüsse geben. Die beiden US-Amerikaner spielen in der NBA-Summer-League in Las Vegas für die Phoenix Suns (Tucker) und die New Orleans Hornets (Roberts) und wollen sich dabei für ein Engagement in der NBA empfehlen. Erst nach Abschluss dieses Schaulaufens werden, so Heyder, weitere Verhandlungen möglich sein. Aufgrund dieser schwierigen Konstellationen wird wohl auch im fünftägigen Urlaub, den sich der Manager ab Dienstag gönnt, das Handy den Tagesablauf bestimmen.