Jochen Bähr wusste auch nicht, was in so einem Fall zu tun ist. Der Geschäftsführer der S.Oliver Baskets Würzburg stand auf dem Feld, strahlte, schaute, staunte. Zwischendurch schüttelte er immer wieder den Kopf. Um ihn herum lagen sich die Würzburger Spieler in den Armen, hüpften, schrien, jubelten. 66:60 stand auf der Anzeigetafel, der Aufsteiger aus Unterfranken hatte Alba Berlin gerade aus den Play-Offs geworfen. Den Finalisten des vergangenen Jahres. "Das ist unbeschreiblich", sagte Bähr. "Vor fünf Jahren gab es die Baskets noch gar nicht." Jetzt stehen die Würzburger im Halbfinale der Basketball Play-Offs. So weit hatte es eine Würzburger Mannschaft zuvor noch nie gebracht.

Dabei deutete zunächst nichts auf einen Sieg der Baskets hin. Würzburg traf nichts. Alex King legte daneben, nur zwei von elf Dreiern saßen. Alba spielte besser. Nicht gut, aber es reichte. Vorerst. Elf Punkte lag Berlin zur Pause vorne. "Wir waren etwas nervös am Anfang", sagte Würzburgs Trainer John Patrick. Aber das legte sich. Die Baskets kamen zurück. Würzburg verteidigte jetzt gut und traf. Chester Frazier per Dreier, John Little aus dem Feld. 34:33, die Baskets führten. "Wir haben dann mit sehr viel Herz gespielt", sagte Baskets-Trainer John Patrick. Alba gelang es nicht, John Little zu stoppen. Der Würzburger erzielte nach der Pause 15 Punkte und schoss die Baskets fast alleine ins Halbfinale.

Bereits vor dem Spiel gegen Alba Berlin gab Sponsor und Namensgeber S.Oliver bekannt, dass der Sponsoringvertrag um drei Jahre verlängert wurde. Das Würzburger Play-Off-Wunder geht am Sonntag gegen ratiopharm Ulm weiter. Bis dahin darf Geschäftsführer Jochen Bähr weiter staunen: "Das alles hat es in Würzburg noch nicht gegeben." Der Traum geht weiter.