Am Dienstagmittag schlugen Tommy Haas, Florian Mayer und Philipp Petzschner die ersten Tennisbälle über das Netz in der Stechert-Arena. Beim Auftakttraining in Bamberg vor dem Davis-Cup-Erstrunden-Duell gegen Argentinien von Freitag bis Sonntag fehlte aber Deutschlands aktuelle Nummer zwei. Der Augsburger Philipp Kohlschreiber, der am Wochenende noch das Halbfinale des ATP-Turniers in Montpellier erreicht hat, leidet an einem Magen-Darm-Virus.
Teamchef Patrik Kühnen sieht aber derzeit den Einsatz des Weltranglisten-31. am Wochenende nicht in Gefahr. "Er ist in ärztlicher Behandlung und soll heute Abend zum Team stoßen. Ich gehe davon aus, dass Kohli am Freitag einsatzfähig ist", sagte Kühnen am Dienstag.
Sollte Kohlschreiber doch nicht spielen können, steht Haas als zweiter Einzelspieler neben dem Bayreuther Mayer Gewehr bei Fuß. Der Wahl-Amerikaner will bei seiner Rückkehr nach fast fünfjähriger Davis-Cup-Abstinenz zwar keine Ansprüche anstellen, ist aber voller Selbstvertrauen vom sonnigen Kalifornien ins eiskalte Bamberg angereist: "Ich fühle mich so fit wie lange nicht mehr und bin hier, um mein Bestes zu geben. Patrik Kühnen hat mit mir eine Wild Card. Ich nehme es, wie es kommt", meinte der ehemalige Weltranglisten-Zweite, der in den letzen Jahren mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen hatte und im ATP-Ranking mittlerweile auf Rang 166 abgerutscht ist.
Am Donnerstag müssen Kühnen und sein argentinischer Amtskollege Martin Jaite die Einzelspieler sowie das Doppel benennen. Die ersten zwei Einzel werden am Freitag (ab 14 Uhr) ausgetragen. Am Samstag (14 Uhr) folgt das Doppel, am Sonntag (ab 13 Uhr) finden zwei weitere Einzel statt. Fernsehbilder aus der Stechert-Arena wird es im übrigen keine geben. Das Davis-Cup-Match wird aber an allen drei Tagen im Internet unter www.bild.de als Livestream zu sehen sein.
Ihrem Heimspiel in Oberfranken fiebern die beiden Bayreuther Mayer und Petzschner entgegen. "Ich freue mich schon riesig und bin gespannt, ob die Stimmung ähnlich wie beim Basketball sein wird. Diese Stadt heißt nicht umsonst Freak City", meinte Petzschner. Mayer ist sich bereits sicher: "Das wird eines der besten Davis-Cup-Heimspiele."
Die deutschen Spieler erwarten wie ihr Teamchef gegen den Vorjahres-Finalisten Argentinien, der auf seinen Top-Spieler Manuel Del Potro verzichten muss, ein Match auf Augenhöhe. "Argentinien ist Favorit, aber wir haben den Heimvorteil. Das könnte am Ende entscheidend sein", meint Kühnen. Beim Basketball ist die Stechert-Arena eine uneinnehmbare Festung, beim Tennis soll es am Wochenende ebenso sein.